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Notärztin schwer verletzt, Eritreer warf eine Flasche auf sie, jetzt droht seine Abschiebung

Eine Notärztin mit Schädel-Hirn-Trauma, Kieferbruch und mehreren ausgeschlagenen Zähnen – das ist das Resultat eines Flaschenwurfs durch die Autoscheibe. Der Täter, ein geflüchteter Eritreer, soll schnell abgeschoben werden.

Die Notärztin war am Freitag zu einem Seniorenheim ausgerückt. Scheinbar willkürlich wurde sie dabei Opfer dieser rücksichtlosen Aggression mit schweren Folgen. Als das Auto geparkt hatte, kamen zwei geflüchtete junge Männer (17, 20) vorbei. Der ältere Eriteer warf dann ohne ersichtlichen Anlass eine Flasche aus 20 Meter Entfernung auf den Notarztwagen. Die Flasche durchschlug die Scheibe und traf die Notärztin ins Gesicht. Die Folge: Ein Schädel-Hirn-Trauma, ein Kieferbruch und mehreren ausgeschlagene Zähne, sowie Glassplitter im Auge des Sanitäters der neben ihr saß. Die beiden Männer flohen umgehend, konnten aber wenig später durch die Polizei festgenommen werden.

Medien berichten, dass die beiden Männer bereits zuvor aggressiv gewesen waren. Im Jugendhaus war es zu einem Streit um das Alkoholverbot im Haus gekommen, woraufhin die beiden gewalttätig wurden. Bayerns Innenminister Hermann verurteilt die Tat scharf: „In unserem Land Schutz und Sicherheit zu suchen und gleichzeitig in einem Anfall blinder Aggression unsere Rettungskräfte anzugreifen, geht gar nicht“. Er forderte eine harte Strafe sowie eine schnelle Abschiebung des 20-jährigen Eritreers.

Das Geschehen gießt noch einmal Öl ins Feuer in den ohnehin schon heftigen Konflikt bezüglich des Asylverfahrens. Seehofer fordert seit rund zwei Wochen, Geflüchtete an der deutschen Grenze abzuweisen, wenn sie zuvor bereits in einem anderen EU-Land registriert worden sind. Merkel verhandelt heute in Brüssel, wie diese Forderung mit einer europäisch-gemeinsamen Regelung erfüllt werden kann.

Ist es Zufall, Schicksal oder vielleicht sogar Politikversagen, dass diese rücksichtslos-aggressive Tat ausgerechnet in Bayern passierte? Die CSU ist sowieso schon auf Kriegskurs mit Merkels Migrationspolitik. Auf der anderen Seite muss man auch erwähnen, dass Bayern sich besonders viel Mühe gibt, es den geflüchteten Menschen so unbequem wie möglich zu machen. Dass traumatisierte Menschen in trostlosen Umgebungen und ausweglosen Situationen zu Alkoholmissbrauch und Gewalt neigen, ist wenig überraschend. Das entschuldigt keinesfalls die Tat. Aber man könnte sich in München auch die Frage stellen, ob reine Ellenbogen-Politik ausreicht, um die Herausforderung im Umgang mit geflüchteten Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen zu meistern. Wer Hass säht, der erntet Gewalt.