Öko-Test untersucht Mineralwässer – Diese Sorten können sie bedenkenlos trinken.

Vorbei sind die Zeiten, in denen hierzulande reflexartig zum Bier gegriffen wurde. Es sei denn, dass Fußball läuft. Die Deutschen löschen sonst ihren Durst massiv mit Mineralwasser. Öko-Test hat herausgefunden, was ein erfrischender Schluck aus der Pulle mit Kohlensäure bei verschiedenen Marken taugen.

Mittlerweile lebt Deutschland gesund und trinkt reichlich Mineralwasser. Und gerade bei diesen Temperaturen dürften es vermutlich sogar noch ein paar Liter mehr sein. Erstaunliche 150 Liter pro Kopf wurden im vergangenen Jahr hierzulande im Schnitt konsumiert. Noch erstaunlicher ist aber, dass noch einmal 12 Liter mehr Kaffee pro Kopf und Jahr getrunken wurden. Aber auch dieser soll ja gesund sein.

Allerdings nicht so erfrischend, was wiederum den Weg zum Mineralwasser zeigt. Genauer diese, die mit Kohlensäure versetzt sind (Sprudel oder Classic). Öko-Test hat anlässlich der aktuellen Temperaturen einen für Donnerstag geplanten Testbericht vorgezogen um schon jetzt die Ergebnisse des Tests zu präsentieren. Insgesamt wurden 53 Mineralwässer genauestens unter die Lupe genommen.

Mehr als Regenwasser

Die Tester stellten zunächst einmal fest, dass das Mineralwasser Regenwasser ist, dass durch verschiedene Gesteinsschichten bis zur Quelle gereist ist. Dabei muss es aus „vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen“ stammen, also „ursprünglich rein“ sein. Es darf daher von den Abfüllern nicht bearbeitet werden. Dies geht aus der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung hervor. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass das Wasser auf dem Weg in die Tiefe giftige Substanzen aufnimmt. Dazu gehören Arsen, Uran und Bor. Aber auch Pestizide von Äckern können versickern und so den Weg in die Quellen finden. Deshalb sind die Wässer in Laboren auf solche Problemstoffe überprüft worden.

Das Ergebnis zeigt, dass jedes zweite Mineralwasser „sehr gut“ oder „gut“ ist. Aber einige der Wässer sind in der Tat mit Arsen, Uran, Bor, aber auch Pestizid-Resten oder Süßstoffen belastet. Und auch unnötige Einweg-Plastikflaschen werden von den Testern kritisiert, die in der Regel bei Discountern verkauft werden. Lediglich ein Mineralwasser (Apollinaris Classic) fällt bei dem Test mit einem ungenügend komplett durch.

Pestizidmetaboliten, sogenannte Abbauprodukte von Spritzgiften, wurden in elf der getesteten Mineralwässer nachgewiesen. Sie wirken zwar nicht mehr als Pestizide, beweisen aber, dass diese zumindest einmal im Einsatz waren. Die Reinheit wird in erster Linie durch Reste von Unkrautvernichtungsmitteln getrübt. Den höchsten Wert davon zeigt „Justus Brunnen Spritzig“ (Bewertung: ausreichend). Vollkommen unbedenklich können Verbraucher bei vielen Marken zugreifen, etwa bei „Adelholzener Classic“, „Bad Liebenwerda Spritzig“, „Christinen Spritzig“, „Bio, Original Selters Classic“, „Gerolsteiner Sprudel“) allesamt mit „sehr gut“ bewertet. Allerdings sind einige der genannten Mineralwassersorten nicht bundesweit erhältlich, sondern eher quellnah regional.