Paukenschlag: AfD von künftigen Wahlen ausgeschlossen

Darf der Staat das? Für die kommenden Wahlen wurden AfD-Politiker Martin Sichert oder Justin Vogel ausgeschlossen, weil man ihnen keine ausreichende Verfassungstreue zutraut. Das Echo ist riesig.

Wenn eine Partei zugelassen ist, dürfen ihre Politiker dann trotzdem für Wahlen gesperrt werden? Eine strittige Frage angesichts aktueller Entwicklungen um mehrere AfD-Gesichter. So darf etwa Martin Sichert kein Landrat in Friesland werden und Justin Vogel nicht als Bürgermeisterkandidat in Herzberg antreten.  Diese Entscheidung traf am Montag der zuständige Stadtwahlausschuss. Und auch AfD-Kandidat Thorsten Moriße wurde in Wilhelmshaven von der Oberbürgermeisterwahl ausgeschlossen.

Neues Gesetz erlaubt Ausschluss
Der Grund ist bei allen gleich: Die jeweiligen kommunalen Wahlausschüsse trauen den Kandidaten nicht zu, stets verfassungstreu zu handeln. Die Wahlausschlüsse beruhen auf einem erst im April von der rot-grünen Landesregierung verabschiedeten Gesetz, wonach Verfassungsschutz und Innenministerium empfehlen dürfen, bestimmte Politiker von Landrats- und Bürgermeisterwahlen fernzuhalten.

Partei als Ganzes nicht verboten
Die AfD Niedersachsen, die vom Landesverfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wurde, ist aber nach wie vor nicht verboten. Der Verfassungsschutz untersteht übrigens dem Innenministerium unter der Leitung von Daniela Behrens (SPD), das gar einen „Leitfaden zur Prüfung der Verfassungstreue“ herausgab und darin Kriterien für einen möglichen Wahlausschluss definierte.

Laut einem Bericht von „Apollo News“ sei die Hürde dafür relativ niedrig. Schon die Mitgliedschaft in der AfD habe demnach „eine erhebliche Indizwirkung für die fehlende Verfassungstreue“, auch wenn sie alleine nicht als Beleg für eine Verfassungsfeindlichkeit ausreicht. Sofern ein Kandidat schon in der Vergangenheit für die AfD als Landtags- oder Bundestagsabgeordneter zur Wahl stand, kann das aber bereits als Ausschlusskriterium dienen.

Hürden für Ausschluss eher niedrig
Die Begründung des Ministeriums dazu: Die Kandidaten hätten dadurch ein ausreichendes „Maß an politischer Bedeutung und öffentlicher Sichtbarkeit“. Gleiches gelte für „herausgehobene Funktionsämter (…) auf allen Organisationsebenen“. Darunter fällt etwa ein Kassenwart auf Kreisebene. Wer einen „positiven Beitrag“ für die „öffentliche Wahrnehmbarkeit der Partei“ leistet, kann schon ausgeschlossen werden. Auch in den Fällen Sichert, Vogel und Moriße werden die Parteiämter als Begründung für den Ausschluss herangezogen.

Bild: Ziko #noAfD van Dijk, via Wikipedia Commons

Kommentare anzeigen

  • Ohnmacht und Angst treiben DIE Anderen zu solchen künftigen Paukenschläge gegenüber der AfD.Zum Glück haben da noch Andere das Entscheidungsrecht und so einfach geht es so wie so nicht, dann hätten die Verbotsanträge 100 fach schon durchgesetzt werden müssen. Nur LEERLAUF und die Unfähigkeit der eigenen Partei zu verschleiern.

  • Interessant!
    Langsam kommt wohl Bewegung in den Widerstand gegen unsere Verfassungfeinde und Russenfreunde!
    Weiter so!!!

  • Ob ein Verbotsantrag durchgeht?
    Man wird sehen. Es wurde ja noch nicht ernsthaft versucht.
    Könnte mir durchaus vorstellen, dass die Verfassungsrichter die Demokratiegefahr seitens der AfD richtig einschätzen. Das BVerfG war schon für so manche Überraschung gut!

  • Auf dem besten Wege zur DDR 2.0 - Unliebsame werden von den Herrschenden ausgeschlossen und ins Abseits gedrängt. Der Souverän, das Volk, hat keine Wahl und nichts mehr zu entscheiden. Einfach „Unsere“ Demokratie.😢

  • Aaah, interessant, dass sich ausgerechnet die Gegner der Demokratie immer wieder gerne auf deren Vorzüge berufen, so wie unsere ogfensichtlichen AfD-Freunde ganz oben.
    Das hat gerade einmal gar nichts mit DDR 2.0 zu tun. Ihnen müsste DDR 1.0 doch noch hinlänglich geläufig sein?
    Ich erinnere in diesem Zusammenhang eher an Weimar, falls Ihnen das etwas sagen sollte?
    Das setzt allerdings ein Mindestmaß an politischer Bildung voraus... ;-)

  • Es wird Zeiten geben da man diesen von der spd das lügenmaul stopfen wird!

  • Dieses Regime, es erinnert mich immer mehr an die NS Zeit.
    Der 2nd Hand Kanzler hat ja gesagt, er werde die AFD VERHINDERN. Jetzt hat er neben der Wahlmanipulation wie bisher es auch geschafft sie von der Wahl komplett auszuschließen.
    Und diese sogenannten "DEMOKRATISCHEN" POLITIKER haben von Demokratie absolut keine Ahnung

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Martin Beier