

Alarmglocken schrillen nach einem überraschenden politischen Manöver von US-Präsident Donald Trump. Er ist plötzlich nicht mehr auf der Seite von Russland, so deutet es zumindest der französische Präsident Emmanuel Macron an.
Was geschah beim G-7-Gipfel im französischen Évian? Laut dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sei Trump dort nach Gesprächen mit den G7-Partnern zu dem Schluss gelangt sei, Russland wolle in der Ukraine gar keinen Frieden. Frühere Absprachen zwischen Trump und Putin seien daher in Évian endgültig „beerdigt“ worden, so Macron.
Kehrtwende ein „Wunschdenken“?
Das sorgt für große Unruhe bei den Russen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow fordert Aufklärung: „Wir wollen verstehen, was in Évian geschehen ist.“ Von einer Kehrtwende Trumps will er nichts wissen. Dieser habe Kiew keineswegs grünes Licht für härtere Angriffe auf Russland gegeben, das sei „Wunschdenken“.
Lob für Selenskyj
Dabei überschüttete Trump gerade erst bei einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit Lob. Die Ukraine schlage sich „ziemlich gut“, so der US-Präsident. Selenskyj sei „mutig“, verfüge über „großartige Ausrüstung“ und habe „großartige Kämpfer“. Weniger nette Worte hatte er für andere NATO-Staaten übrig.
US-Staatssekretär Jeremy Lewin gab zuletzt an, zwischen Trump, Selenskyj und den europäischen Verbündeten gebe es einen „breiten Konsens“. Die Ukraine gewinne den Krieg „im Moment“, sagte Levin. Inzwischen seien „bei gutem Wetter die Ukrainer auf dem Vormarsch“. Die Ukraine habe „die Dynamik verändert“, greife russische Energieinfrastruktur an
Auswirkungen auf Krieg
Wenn Trump sich tatsächlich gegen Putin stellen würde, hätte das massive Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Krieges. Zum Beispiel könnte das Ende von „schnellen Deals“ zu Russland bevorstehen. Ursprünglich hatte die Trump-Regierung ja in Aussicht gestellt, besetzte Gebiete als russisches Territorium anzuerkennen.
Eine Abkehr von Putin könnte auch bedeuten, dass die USA Kiew wieder verstärkt mit Waffen und Aufklärungsdaten unterstützen. Das würde Russland zu deutlichen Zugeständnissen zwingen.