Polizei in Toronto geht von vorsätzlicher Tat aus

Im kanadischen Toronto steuerte ein 25-Jähriger einen weißen Transporter in die Menschenmenge. Dabei tötete er 10 Menschen und verletzte weitere 15 Menschen. Trotz seiner Bitte, erschießt ihn die Polizei nicht, sondern nimmt in fest. Nun soll geklärt werden, wieso der Mann die schreckliche Tat begangen hatte.

Toronto, eine junge, lebendige Stadt mit über 2,6 Millionen Einwohnern, in der kanadischen Provinz Ontario. Ein aufwühlender und schrecklicher Vorfall liegt wie ein Schatten über der sonst so freundlichen, fröhlichen und weltoffenen Stadt.

Am Montag gegen 13.30 Ortszeit, wurde die Ruhe der Stadt empfindlich gestört, als ein weißer Kleinlastwagen von der Yonge Street in südlicher Richtung mit bis zu 70 Stundenkilometern durch die Stadt raste. Dabei steuerte der Fahrer in Schlangenlinien über die Gehwege und erfasste die Menschen, schleuderte sie in die Luft. Passanten schrien um Hilfe und versuchten die Polizei in Richtung des Lieferwagens zu lotsen.

“Er hat die Leben so vieler Menschen zerstört”, so ein Augenzeuge. “Alles, was ihm in den Weg kam.” Eine Person mit Kinderwagen wurde ebenfalls vom Amokfahrer erfasst. “Es waren so viele Körper”, sagte eine Augenzeugin. Sie habe “viele Menschen leblos am Boden” liegen sehen.
Noch auf der Straße wurden die Opfer von den Rettungskräften behandelt, für zehn von ihnen kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Nach fast zwei Kilometern kam der Transporter zum Stehen. Der Fahrer stieg aus dem Gefährt und zückte sein Mobilfunktelefon. Er versuchte mit dieser Geste, den Polizisten dazu zu bringen ihn zu erschießen. Immer wieder rief er: „Töte mich! Schieß mir in den Kopf“. Aber der Polizist bleibt gefasst und nimmt den jungen Mann fest. „Der Beamte machte einen fantastischen Job“, so der Polizeichef Mark Saunders.

Bei dem Van handelte es sich um einen gemieteten weißen Transporter. Für ca. 30 Kanadische Dollar am Tag, kann man solch einen Transporter mieten. Auch die Identität des Mannes steht mittlerweile fest, es handelt sich um Alek Minassian, 25 Jahre alt, aus einem Vorort von Toronto (Richmond Hill). Der Amokfahrer studierte Computersoftware in Toronto und war bis zu diesem Zeitpunkt der Polizei unbekannt.

Die Polizei sprach von einer “vorsätzlichen” Tat. Die Tat bedrohe aber nicht “die nationale Sicherheit” Kanadas, sagte der Minister für öffentliche Sicherheit, Ralph Goodale. Er deutete damit an, dass es sich um einen Einzelfall handelte.
Premierminister Justin Trudeau sprach sein tiefstes Mitgefühl den Betroffenen aus und dankte den Rettern vor Ort.