

Die Situation in Moskau und im restlichen Russland verschlechtert sich zunehmend, nachdem die Ukraine die Angriffe auf die kritische Infrastruktur des Landes erhöht hat. In den neuesten Schlägen am vergangenen Wochenende wurde eines der wichtigsten Versorgungszentren für russischen Treibstoff, die Raffinerie in Slawjansk im Süden, außer Gefecht gesetzt.
Schockierend kurze Lebenserwartung für russische Soldaten
Zudem ist es den Ukrainern gelungen, eine weitere Brücke in die Luft zu sprengen, die die russisch besetzte Krim mit Russland verbindet. Noch schlimmer ist die Situation an der Front, wo Putin zurzeit eine ganze Generation von jungen Männern als Kanonenfutter verpulvert. Laut der Universität in Oxford überleben neue Rekruten in der Regel maximal drei Wochen an der Front und 20 Minuten auf dem Schlachtfeld, bevor sie von den hoch technologisierten Ukrainern niedergemäht werden. Laut den Forschern der englischen Universität sterben zurzeit rund 30 000 russische Soldaten im Monat und das Militär hat wenig Aussicht, diese schnell zu ersetzen.
Krisentreffen im Kreml
Während die hohen Todesziffern unter den Soldaten dem autokratischen russischen Staatschef kein weiteres Kopfzerbrechen bereitet, sind die ständig brennenden Raffinerien und Waffenlager sehr wohl ein Problem. Am Wochenende wurde ein Krisentreffen im Kreml einberufen, in dem die gravierende Treibstoffknappheit in Russland auf der Tagesordnung stand. „Wir müssen die Folgen terroristischer Anschläge auf unsere zivilen Einrichtungen und die Infrastruktur reduzieren“, sagte Putin einleitend zu den versammelten Vertretern unterschiedlicher Ministerien sowie den Repräsentanten der wichtigsten Erdöl-Produzenten Russlands. „An den Tankstellen gibt es Warteschlangen, die benötigten Benzinsorten sind nicht immer vorrätig“, sagte er seinem Krisenstab und forderte, dass sich die “stellenden außergewöhnlichen Aufgaben gelöst werden, und zwar klar, zügig und kompetent im Interesse des Landes und unserer Bürger“.
Treibstoffverbot für Zivilisten
Besonders gravierend ist der Treibstoffmangel auf der Krim, wo ab sofort Privatpersonen nicht mehr tanken dürfen. Außerdem erwägt die russische Regierung, ein Exportverbot für Diesel einzuführen, obwohl die Einnahmen dringend für Putins Kriegskasse benötigt werden. Die Schuld an dem russischen Dilemma gibt Putin nicht nur der Ukraine, sondern auch dem Westen, der den Krieg „als Rammbock im Kampf gegen Russland“ nutzt. „Dem Westen gelingt es nicht, Russland auf dem Schlachtfeld zu besiegen, deshalb versucht er, die politische Lage zu destabilisieren, doch auch das gelingt ihm nicht“, sagte Putin trotzig beim Kongress seiner Regierungspartei Edinaja Rossija (Einiges Russland). Die Aussagen Putins bei dem Krisentreffen am Wochenende waren die ersten, in denen der russische Autokrat Probleme aufgrund des Ukraine-Kriegs einräumte.