Reiseveranstalter decken fiesen Betrug auf und drehen Spieß um

Das ging gehörig daneben. Er forderte vom Reiseveranstalter TUI Schadenersatz, doch nun muss er selbst 22.000 € Strafe zahlen. Ein britischer Tourist gab an, dass ihn sein Luxus-Urlaub auf den Kapverdischen Inseln krank gemacht hätte. Doch sein eigenes Verhalten entlarvte den Betrug.

Ein Brite aus South Wales verklagte den Reise-Riesen, da er während seines Urlaubs angeblich ständig Durchfall, Fieber und Magenbeschwerden hatte. Er führte das auf mangelnde Hygiene und schlechtes Essen in seinem 5-Sterne-Hotel „Riu Touareg“ auf den kapverdischen Inseln zurück. All dies hätte ihm so sehr den Urlaub verdorben, das er seinen Reiseanbieter, die TUI UK, verklagte.

Soziale Medien machen Strich durch die Rechnung

Dumm nur, dass dem Motz-Urlauber peinliche Fehler unterlaufen sind. Auf der sozialen Plattform Facebook sah man Bilder eines fröhlichen, braun gebrannten Touristen, der sich scheinbar bester Gesundheit erfreute. Zudem lobte er über alle Maßen das gute Essen im Hotel-Restaurant.

Der Reiseveranstalter nahm diese Fotos, um den Spieß umzudrehen und den Kunden wegen Betruges zu verklagen. Und die TUI bekam recht. So wird für den angeblich kranken Touristen aus einer Entschädigung eine Rechnung, die viermal so hoch ist, wie er für seinen angeblich so miesen Urlaub bezahlt hatte.

Für die TUI UK ist dies nicht das erste Mal, dass sie sich mit solchen Betrügereien gerichtlich auseinander setzen müssen. Ein anderes britisches Pärchen verklagte den Veranstalter auf 56.000 Euro Schadenersatz, da es angeblich durch schlechtes Essen im Hotel im Türkei-Urlaub krank wurde. Auch hier deckten Bilder in Social-Media-Plattformen den Betrug auf und TUI ging in die Offensive. Obwohl das Paar die Klage kleinlaut fallen ließ, bekam es die Rechnung. Das Urteil: eine Bewährungsstrafe von 26 Wochen verbunden mit 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit und Zahlung der Gerichtskosten in Höhe von 1.100 britischen Pfund.

Britische Reiseveranstalter gehen in den letzten Jahren immer stärker gegen Kunden vor, die mit angeblichen Erkrankungen durch schlechtes Essen oder mangelnder Hygiene hohe Schadenersatzforderungen durchsetzen wollen. Dies wurde aktiv von sogenannten Agenturen angeheizt, die Hoffnungen auf angeblich hohe Rückerstattungen auch noch nach Jahren nach dem Urlaub gemacht hatten. Mittlerweile ist diese Gesetzeslücke aber von der britischen Regierung geschlossen worden.

In Deutschland sind derartige Fälle bisher nicht bekannt. Grundsätzlich wird jeder Reklamation nachgegangen. Gerade wenn wegen Krankheit reklamiert wird, erfolgt eine intensive Prüfung der Vorkommnisse. Eine TUI-Sprecherin sagte dazu: „Wenn in einem Hotel etwas mit der Verpflegung nicht in Ordnung ist, erkranken erfahrungsgemäß viele Gäste auf einmal. In solch einem Fall würden wir umgehend von unserer Reiseleitung informiert werden, um in Zusammenarbeit mit örtlichen Ärzten sowie hier ansässigen Medizinern entsprechende Untersuchungen durchführen zu können.“