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Retter & Familie geben Suche nach Tengelmann-Chef nicht auf

Die Suche nach dem Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub ist immer noch in vollem Gange. Wegen starken Sturmböen, halben Meter Neuschnee und Nebel im Suchgebiet, muss die Suche jedoch eine Pause einlegen. Retter sind sich einig, dass man jetzt nur noch auf ein großes Wunder hoffen kann.

Am Samstagmorgen machte sich Karl-Erivan in der Schweiz auf den Weg zum Matterhorn, wo er eine Skitour unternehmen wollte. Seither fehlt von ihm jede Spur.


Der Chef der Bergretter in Zermatt ließ gegenüber „Bild“ verlauten: „Wir können nur auf ein großes Wunder hoffen! Realistisch gesehen ist die Überlebenschance aber sehr, sehr gering.“

Die Chancen, den Milliardär lebend zu finden schwinden mit jeder Stunde. In der Nacht fallen die Temperaturen auf -15 Grad und die Sicht ist gleich Null. „Das Risiko für einen Einsatz am Berg ist aktuell viel zu hoch. Die Gefahr für unsere Einsatzkräfte, selbst in eine Gletscherspalte zu stürzen, ist groß.“


Eine weitere Gefahr für die Retter sind die Lawinen. Zurzeit herrscht die Lawinenwarnstufe 3, welche eine erhebliche Gefahr signalisiert. Das Tal wird immer wieder von Explosionen erschüttert, sobald Experten gefährliche Schneebretter absprengen.

Die Familie wird in die Rettung miteinbezogen und kann mit entscheiden, wie lange noch gesucht wird. Die Angehörigen haben den Rettern unbegrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Allein ein Suchtag mit Hubschraubern kann rund 30‘000 Franken (über 25‘000 Euro) kosten.

Zeitweise wurde auf schweizer wie auch italienischer Seite mit bis zu 60 Rettungskräften gesucht. Auch seine Rennpartner Toni G. und Jürg S. und weitere Helfer unterstützen die Suche. In der Region gibt es tausende Gletscherspalten, in welche der Unternehmer hätte fallen können. Die bekanntesten und teils bis zu 100 Meter tiefen, habe man bereits im Dreier-Team abgesucht.

Diplom Meteorologe Dominik Jung von wetter.net meinte gegenüber der „Bild“: „Dort oben werden Tageshöchsttemperaturen von gerade einmal minus acht bis minus zehn Grad erreicht. In den Sturmböen fällt die gefühlte Temperatur sogar auf minus 20 bis minus 30 Grad“.

Die Retter geben nicht auf. Schon einmal wurde ein Mann nach 6 Tagen in den Bergen gefunden. Jedoch hatte dieser einen dicken Skianzug und Schlafsack dabei. Haub dagegen soll nur leicht bekleidet gewesen sein, da er nur eine kurze Trainingstour geplant hatte.

Anjan Truffer, Chef der Bergretter, kennt Haub von gemeinsamen Skitouren. Daher meint er: „Wir empfehlen zwar immer, dass man Touren mit einem Bergführer unternimmt, aber Haub bereitet sich immer seriös vor. Er wollte eine leichte Tour unternehmen, da kann man es vertreten, dass er allein unterwegs war.“