ryanair-aircraft-2410190_960_720

Ryanair erhebt Gebühren für das Handgepäck

Ryanair erhebt ab November Gebühren auf Handgepäck unter 10 kg. Betroffen sind Flugreisende mit dem Tarif „Standard“ – das sind die billigsten Flugangebote der irischen Airline.

Zukünftig schlägt Handgepäck mit 10 Euro zu Buche. Das betrifft alle sogenannten Kabinen-Koffer oder Carry-On-Gepäckstücke, wie z.B. Trolleys, Laptoptaschen, Duffle-Bags oder auch „normale“ Rucksäcke. Nur sehr kleine (Hand-)Taschen dürfen weiterhin kostenfrei mitgeführt werden. Bei diesen spricht Ryanair seinen Fluggästen dafür 6 Liter mehr zu. Die Handtasche darf mit in Kraft setzen der neuen Regelung 40 x 20 x 25 Zentimeter umfassen. Bisher waren es nur 30 x 20 x 20 Zentimeter. Achtung: Wer die vorgegeben Handtaschen-Maße überschreitet, muss am Flughafen eine Gebühr von 25 Euro begleichen. Das bisherige Handgepäck bis 10 kg wird nach den neuen Regelungen als Koffer eingecheckt und im Gepäckraum transportiert werden.

Von der Neuerung sind alle Flüge unter dem günstigen „Standard“-Tarif betroffen. Wer von vornherein für die Priority-Option also z.B. im Rahmen der Tarife „Plus“ oder „Flexi Plus“ mehr bezahlt, darf weiterhin kostenfreies Handgepäck mitführen.

Die neue Regelung gilt für alle Buchungen ab dem 1. September 2018. Auch Flüge die bereits gebucht sind oder kurz davor gebucht werden, sind von der Änderung betroffen, wenn der Flug nach dem 1. November stattfindet. D.h. wer einen Standard-Flug gebucht hat, bei dem das Handgepäck bisher kostenlos dabei gewesen wäre, muss dieses entweder zuhause lassen, oder nachträglich zu buchen.

In einer Mitteilung begründet die Airline das neue Regelwerk mit dem Ziel, Verspätungen zu reduzieren und das „Boarding Erlebnis“ zu verbessern. Die Verladung von umfangreichem Handgepäck soll demnach mit schuld sein, an der aktuellen Verspätungsrate. Ryanair geht davon aus, dass die Teuerung sowieso nur 40 Prozent der Kunden betreffe. 30 Prozent würden ohnehin mit Priority-Boarding buchen. Die Hälfte der Standard-Bucher würde außerdem nur mit dem kleinen Handgepäck reisen, das immerhin mit dem neuen Regelwerk vergrößert wurde. Außerdem halte das Unternehmen es für gerechtfertigt, wenn bei einem Ticketpreis unter 40 Euro Gepäckgebühren anfielen.

Es stellt sich die Frage, ob Ryanair damit einen ersten Schritt in eine Umstrukturierung wagt. Das Unternehmen war in den letzten Wochen und damit in der Haupturlaubszeit von umfangreichen Streiks betroffen. Die Ryanair-Piloten sowie das Boardpersonal fordern in mehreren Ländern bessere Arbeitsbedingungen und eine Vergütung, die den national üblichen Tarifverträgen entspricht.