

Die kleinen, unscheinbaren Fische sind auch in Deutschland ungemein beliebt und gehören für viele Haushalte zum regulären Bestand im Küchenschrank. Zudem gelten Sardinen zu den gesündesten Produkten, die man sich aufs Brot schmieren oder zum Mittagessen servieren kann. Ein hoher Wert an Omega‑3‑Fettsäuren und Vitamin D macht die kleinen Gesundheitsförderer besonders in den sonnenarmen Wintermonaten unerlässlich für viele Familien, und das zu einem relativ billigen Preis. Jetzt kommen ernste Warnungen, dass die Weltbevölkerung vielleicht bald ohne Sardinen auskommen muss, denn der Fischbestand hat sich innerhalb kürzester Zeit halbiert und eine Besserung ist nicht in Sicht.
Leere Sardinen-Regale im Supermarkt
Viele Kunden haben beim Besuch in Supermärkten und Discountern bereits lange Perioden mit leeren Regalen bemerkt, auf denen normalerweise unzählige Varianten der beliebten Konserve aufbewahrt werden. Der Grund ist der Rückgang im Fischfang. In Europa kommen viele der Sardinen in Büchsen und in den Fischtheken der Supermärkte von den Küsten des Mittelmeers. Dort müssen sich allerdings viele Fischer nach einer neuen Beschäftigung umsehen, nachdem die augenblicklich fehlenden Sardinenbestände den Lebensunterhalt der Fischer entfernt haben. Laut neuesten Angaben von der Adriaküste, darunter auch die italienische Insel Sardinien, die den kleinen Fischen ihren Namen gegeben hat, und großen Teilen Kroatiens, ist der Fischbestand an Sardinen um 46 Prozent gesunken. Hinzu kommen Probleme in den Konservenfabriken, die zwar Schwierigkeiten haben, Fachkräfte für die Verarbeitung der Fische zu finden, aber gleichzeitig auch die hohen Arbeitskosten beklagen. Sardinenkonservierung muss immer noch zumeist durch Handarbeit vorgenommen werden.
Hohe Wassertemperatur verringert Fischbestände
Sardinen waren bisher weitgehend von der Überfischung verschont geblieben. Jetzt macht den Fischen allerdings die erhöhte Wassertemperatur in den Weltmeeren zu schaffen. Je höher die Wassertemperatur, die in der Adria bereits Badewassertemperaturen von über 30 Grad Celsius erreicht hat, umso unwahrscheinlicher ist es, dass sich der Fischbestand in Zukunft erholt. Viele traditionelle Sardinen-Länder wie Marokko melden bereits, dass sie aufgrund der geringen Fangzahlen den Export des Fisches einschränken werden, um die Versorgung der eigenen Bevölkerung zu sichern. Dies wird dazu führen, dass Sardinen in Zukunft weniger in den Regalen der Supermärkte zu finden sind, und wenn, dann nur zu erheblich höheren Preisen.