Schockierender Fund in Wohnung von „Messie“-Mutter

Die Polizei öffnet die Wohnung einer „Messie“-Mutter und findet zwischen Müll und Kakerlaken ein völlig, verwahrlostes Mädchen, das nicht einmal sprechen kann.

Moskau: Vor fünf Jahren hatten die Nachbarn etwas von einem Baby mitbekommen. Doch das Kind soll angeblich bei der Großmutter leben. Dann, Jahre später melden Nachbarn Schreie und Weinen aus der Wohnung. Die Polizei rückt an und verschafft sich Zutritt zu der Wohnung der 47-jährigen Frau, die offenbar unter dem MEssie-Syndrom leidet. Die Wohnung war so verdreckt, dass die Beamten Schutzanzüge tragen, als sie die Räumlichkeiten betreten, die unter Müllbergen kaum noch als Wohnung zu erkennen ist. Dort fanden sie das inzwischen fünfjährige Kind, völlig verwahrlost und in einem körperlichen und geistigen Zustand, der fassungslos macht.

Wie die „Daily Mail“ berichtet, saß das Mädchen verängstigt auf einem Fensterbrett als die Beamten es finden. Kakerlaken huschen zwischen den Müllbergen hin und her. Ansonsten ist das Kind alleine – wie lange schon, wissen die Beamten nicht. Das völlig apathische Kind kann nicht sprechen. Es trägt ein T-Shirt, aber keine Unterwäsche. Wie die Zeitung berichtet, trägt das Kind eine rosafarbene Babykette um den Arm, die bereits mit der Haut verwachsen ist. Wovon das Mädchen sich ernährt hat und ob überhaupt irgendjemand nach dem Nötigsten sah, wird noch ermittelt.

Kurz nach der Wohnungsöffnung konnten Polizisten die Mutter des verwahrlosten Mädchens aufspüren. Sie versuchte zu fliegen, wurde jedoch festgenommen. Medienberichten zufolge wird wegen versuchten Mordes gegen sie ermittelt. SPIEGEL ONLINE erfuhr, dass es in der Wohnung weder Wasser noch Elektrizität gebe. Ersten Ermittlungen zufolge sei die 47-Jährige alleinerziehend. Sie soll behauptet haben, dass sie das Kind alleine lassen musste, um arbeiten zu gehen oder Besorgungen zu machen. Sie sei inzwischen völlig überschuldet und wollte die Wohnung verkaufen. Deswegen hätte sie zu Bekannten ziehen wollen. Ob sie ihre Tochter mitnehmen wollte, geht aus den Veröffentlichungen nicht hervor.

Das Messie-Syndrom
Laut Ärzteblatt werden Menschen, deren Leben durch das Anhäufen von Dingen bestimmt wird und die in ihrer Wohnung kaum noch Platz zum Leben finden, als Messies bezeichnet. Nach Schätzungen der Selbsthilfegruppe „Anonyme Messies“ gibt es in Deutschland mehr als 1,8 Millionen Menschen, die mit solchen chaotischen Zuständen leben. Die extremste Ausartung des Sammelzwangs ist das „Vermüllungssyndrom“. In diesem Extremfall sammeln Menschen Müll, vernachlässigen die häusliche und persönliche Hygiene ziehen sich meist immer mehr zurück – bis in die vollständige soziale Isolation.