Schwere Schäden durch Riesenhagel und Starkregen

München verwüstet: Golfballgroße Hagelkörner kamen plötzlich und heftig, sie zerstörten Autoscheiben und Dächer. Für den Dienstag stehen bereits die nächsten Wetterwarnungen an. Diese betreffen den östlichen Alpenrand bis hin zur Ostsee.

Schwere Gewitter im Großraum München hinterließen verwüstete Straßen und sogar Verletzte. Hagelkörner so groß wie Golfbälle zerschlugen Autoscheiben und zertrümmerten Dächer. Keller wurden überflutet und zwei Menschen wurden durch den Hagelschlag verletzt.

Die Polizei sprach am Montagabend von einer unübersichtlichen Lage. Zeugen berichten in sozialen Medien darüber, dass der Hagel „wie Gewehrsalven“ auf sie eintrümmerte und reihenweise Autoscheiben einschlug. Die Schäden sind beträchtlich.

Auf der A96 nahe Germering meldeten Augenzeugen sogar Hagelkörner so groß wie Tennisbälle. Die Straßen seien binnen kürzester Zeit grün gewesen, weil Äste und Blätter von den Bäumen gerissen wurden und die Fahrbahn in einem See aus Regen und Hagel belegten. Im Bahn-, S-Bahn- und Flugverkehr kam es zu erheblichen Verzögerungen sowie Zug- und Flugausfällen. Die Bahnstrecke zwischen Augsburg und Ulm musste zeitweise gesperrt werden, weil umgestürzte Bäume und herabfallende Äste die Gleise unbefahrbar machten.

Wetterwarnungen erreichten nicht alle
Wetterexperte Jörg Kachelmann schickte zum Zeitpunkt des Geschehens minutenaktuell und ortsgenaue Warnungen via Twitter heraus. Er bemängelte, dass lokale Plattformen zu früh bzw. zu unpräzise vor dem Unwetter gewarnt hätten: „Wegen sowas bleiben Menschen drin, gehen nach Stunden des Nichtspassierens raus („war wohl nix“) und nehmen dann die echte Unwetterwarnung nicht mehr ernst.“ Auf Twitter bestätigen zahlreiche Meldungen von Bürgern, die das Unwetter überrascht hatte, dass die Wetterwarnungen sie nicht oder zum falschen Zeitpunkt erreicht hätten.

Am Dienstag geht es weiter
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) ging am Montag davon aus, dass es weitere Gewitter geben werde. Diese zögen vom östlichen Alpenrand bis zur Ostsee. Wetterexperten warnten noch am Montagabend vor Starkregen, Hagel und Sturmböen, auch Tornados seien möglich. Für die Region Berlin Brandenburg gibt es zum Dienstag Hitzewarnungen. In einigen Regionen Bayerns werden noch bis Mittwoch Sturmböen erwartet. Ortsgenaue Wetterwarnungen können auf der Website des DWD eingesehen werden.