Schwere Vorwürfe gegen Klinik: Frau verblutet fast, Personal ignorierte sie

Ein Münchener Klinikum steht schwer in der Kritik: Eine Frau brach auf dem Flur vor der Notaufnahme zusammen und starb dort beinahe. Das Personal soll sie ignoriert haben.

München: Am 10. Oktober versuchte eine Frau mit schweren Bauchschmerzen die Notaufnahme der Klinik „Rechts der Isar“ zu erreichen. Sie schafft es jedoch nicht ans Ziel. Wenige Meter vor der Notaufnahme bricht die Frau auf dem Flur des Münchener Krankenhauses zusammen. Nach Angaben ihres Ehemanns wurde sie dort ignoriert und erst als dieser einen befreundeten Arzt anrief, behandelt. Später stellte sich heraus, die Frau litt unter einem gerissenen Eileiter. Bis sie operiert wurde, hatten sich drei Liter Blut in ihrer Bauchhöhle gesammelt. Sie wäre fast gestorben und befindet sich jetzt auf der Intensivstation.

Die Angehörigen der Frau erzählen die Geschichte laut „Focus Online“ wie folgt: Am Mittwoch-Morgen soll die Frau bei der Feuerwehr-Leitstelle angerufen und über starke Bauchschmerzen berichtet haben. Die hätten sie an den nächsten niedergelassenen Arzt verwiesen. Da der um die Uhrzeit nicht erreichbar war, habe die geplagte Frau erneut angerufen. Schließlich kam eine Notärztin zu ihr. Diese soll sie kurz angeschaut und ihr dann Ibuprofen-Tabletten empfohlen haben. Weil die Tabletten nicht geholfen hätten, sei die Frau zu ihrer Gynäkologin gegangen. Diese hätte sie sofort ins Klinikum „Rechts der Isar“ geschickt.

Der Ehemann der Patienten sei daraufhin von der Arbeit zu seiner Gattin zurückgekehrt, um sie zum Krankenhaus zu fahren. Vor der Notaufnahme hätten sie jedoch mit dem Auto nicht stehenbleiben können, weil ein Rettungswagen zeitgleich einfahren wollte. Also sei die Frau ausgestiegen, um sich alleine auf den Weg zur Notaufnahme zu machen, während ihr Mann einen Parkplatz hätte suchen müssen. Etwa eine Viertelstunde später soll dieser seine Frau auf dem Boden liegend auf dem Flur vor der Notaufnahme gefunden haben: vor Schmerzen gelähmt, kaltschweißig und bleich. Er habe sofort nach Hilfe gesucht, doch niemand hätte ihm Gehör schenken wollen. Angeblich sei er sogar erfolglos geblieben, weil MitarbeiterInnen in der Zigarettenpause nicht gestört werden konnten.

Schließlich rief der verzweifelte Ehemann einen befreundeten Arzt an, der Kontakte zur Klinik hatte. Dieser habe mit einem weiteren Anruf dafür gesorgt, dass jemand einen Rollstuhl brachte: Nach weiteren anderthalb Stunden habe die Frau dann ein Bett bekommen. Die Ärzte die dann übernahmen, erkannten sofort, dass Eile geboten war und leiteten eine Notoperation ein, die der Frau das Leben rettete.

Das Klinikum verweist nach einer Presseanfrage auf die Schweigepflicht, ergänzt jedoch: „Festhalten möchten wir, dass die Patientin sachgerecht behandelt wurde.“