Schwere Waldbrände und Explosionen in Brandenburg

Gestern Abend brannten 90 Hektar Kiefernwald in Brandenburg nieder. Dann kamen Explosionen hinzu. Die Feuerwehr musste zurückweichen.

Die Lage für das Gebiet in Fichtenwalde beim Autobahnkreuz Potsdam spitze sich immer mehr zu. Bereits am frühen Abend brannten 90 Hektar Wald. Während der Löscharbeiten am Donnerstag-Abend wurden die Einsatzkräfte dann von Explosionen überrascht. Die Feuerwehr musste zurückweichen.

Verursacht wurden die Explosionen durch Munitionsreste aus dem zweiten Weltkrieg. Das Brandenburger Gebiet Beelitz, nahe Berlin, war während des Krieges Schauplatz zahlreicher Kämpfe. Im Erdboden der Wälder liegt noch immer Munition begraben. Durch das Feuer wurde diese offenbar ausgelöst.

Der Landkreis forderte nach den Explosionen zusätzliche Löschfahrzeuge sowie einen Löschhubschrauber um das Feuer im Laufe der Nacht unter Kontrolle zu bekommen. Um kurz nach Mitternacht hieß es, der Brand sei bereits unter Kontrolle. Die Löscharbeiten würden jedoch noch andauern. Im Umkreis des Ortes Fichtenwald wurde der Brand bereits soweit eingedämmt, dass eine geplante Evakuierung abgesagt werden konnte. Die Ursache für den Brand war bis heute Nacht noch unklar. Das Feuer hatte sich seitlich der A9 gebildet und von dort aus weiter ausgebreitet.

Ein weiterer Großbrand bei Jüterbog, südlich von Frankfurt an der Oder wütet bereits seit Mittwoch-Nachmittag. Am späten Donnerstag-Abend meldete die Feuerwehr, dass bereits 160 Hektar Fläche eines ehemaligen Truppenübungsplatzes dem Feuer zum Opfer gefallen waren. „Starke Winde fachen das Feuer leider fortlaufend an. Das macht die Situation sehr schwierig“, teilte die Stadtverwaltung am Abend mit.

Auch hier liegen Munitionsreste im Boden, weshalb die Feuerwehr das Gelände nicht betreten konnte. Wegen der Explosionsgefahr können die Einsatzkräfte nur von außen löschen, kommen aber nicht an einzelnen Brandherde heran. „Da kommt es auch mal zu Explosionen“, sagte der Waldbrandbeauftragte des Landes Brandeburg, Raimund Engel. „Das ist Infanteriemunition, das sind dann keine großen Detonationen, aber ungefährlich ist das nicht.“ Deswegen überwachten die Einsatzkräfte den Nordteil des Geländes und versuchten, das Feuer kontrolliert auslaufen zu lassen. Obwohl zwischenzeitlich Entwarnung ausgesprochen wurde, entfachte sich der Brand immer wieder auf’s Neue.

Seit Tagen herrscht in Brandenburg höchste Waldbrandwarnstufe. Durch die andauernde Hitze war es immer wieder zu Wald- und Feldbränden in Berlin und Brandenburg gekommen. Erst Anfang Juli waren auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide 400 Hektar Naturschutzfläche verbrannt.