seehofer merkel

Seehofer so unbeliebt wie nie – Merkel hat ihn gänzlich überholt

Vor wenigen Wochen war Merkel scharf in der Kritik, da war gar von ihrem Rücktritt die Rede. Dann zog sie überraschend die EU-Mitglieder auf ihre Seite in Sachen Einwanderungspolitik – und jetzt überholt sie auch noch Seehofer in Bayern. Er hingegen muss heftig einstecken.

Drei Monate vor den Landtagswahlen in Bayern decken Umfragen ein Meinungsbild auf, dass die CSU schütteln muss. Nach den Umfrageergebnissen ist Angela Merkel im Freistaat beliebter als Horst Seehofer. Auf einer Skala der Forsa-Umfrage erhielt der CSU-Politiker nur noch 31 von 100 Punkten. Merkel liegt dagegen mit 47 Prozent deutlich weiter vorne. Auch bundesweit stehen die Zeichen gegen Horst Seehofer. Zweidrittel der Deutschen sprachen sich für einen Rücktritt des Innenministers aus.

Im TRL/n-tv Trendbarometer stimmen 62 Prozent der Deutschen für Seehofers Rücktritt. Charakterlich bewerteten ihn 62 Prozent als „Störenfried“. Nur 26 Prozent der Deutschen halten ihn für einen „aufrechten Politiker“. Sogar innerhalb der CSU befürworten 56 Prozent Seehofers Abdankung.
Gemeinsam mit Seehofer muss auch der Bayrische Ministerpräsident Söder einstecken, dass die gemeinsame radikale Einstellung zur Asylpolitik wenig Zustimmung erhält. Söder und Seehofer sind im Politikbarometer fast ganz unten angekommen. Weniger Zuspruch erhielten nur noch die AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel und Alexander Gauland.

Die Umfrageergebnisse zwischen den Parteien spricht für sich: Über 80 Prozent der SPD, der Grünen und der Linken halten Seehofer für einen „Störenfried“. Etwas gnädiger, aber immer noch abwertend sind die Störenfried-Werte von CSU (46 Prozent), FDP (64 Prozent) und CDU (70%). Lediglich die AfD steht hinter Seehofer: 84 Prozent werten ihn als „aufrechten Politiker“ und ganze 90 Prozent der „Alternative für Deutschland“ befürworten, dass der Innenminister im Amt bleibt. Angela Merkel genießt nach den neusten Umfragewerten hohe Zustimmung in ihrer Partei: 84 Prozent der CDU stehen hinter ihr. Seehofer kann nur noch auf 34 Prozent der Stimmen hoffen.

Oberdrein hat Seehofer auch noch einen Skandal inklusive Klage am Hals: Der Remscheider Landtagsabgeordnete Sven Wolf (SPD) wirft Seehofer vor, rechtsstaatliche Prinzipien missachtet zu haben und ließ Anzeige gegen den Innenminister erstatten, weil dieser den ehemaligen Leibwächter von Osama Bin Laden entgegen einer gerichtlichen Entscheidung abschieben ließ. Das Gericht hatte am Donnerstag entschieden, dass Sami A. nicht in seine Heimat Tunesien abgeschoben werden darf. Bis die Entscheidung das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erreichte, saß Sami A. jedoch bereits im Flugzeug nach Tunesien. Wolf begründet seine Anzeige: „Der Innenminister ist dafür da, um Recht und Ordnung zu wahren – und nicht, um Recht zu brechen“.