SEK-Einsatz gegen Bogenschützen in Magdeburg

Ein Mann in Magdeburg schoss mit Pfeilen aus dem Fenster, bis das SEK vor Ort eintrifft und ihn stoppt.

Mitten in der Nacht riss ein 43-jähriger Mann in Magdeburg am Schellheimer Platz das Fenster auf und fing an, zu schießen. Dabei Schoss er Pfeile mit Metallspitzen mit Hilfe eines Sportbogens auf Autos. Eines der Geschosse blieb in einem VW stecken, berichtet die BILD.

Zeugen bemerkten die Aktion und alarmieren die Polizei. Als die ersten Polizisten eintrafen, verschanzte der 43-Jährige sich in seiner Wohnung und versuchte die Beamten durch Drohungen vom Zugriff abzuhalten. Mit Pfeil und Bogen in der Hand schaute der Mann immer wieder aus dem Fenster und bedrohte die Beamten vor dem Gebäude.

Das SEK rückte an. Obwohl der Mann drohte, auf die Beamten zu schießen, sollen diese unbeirrt ihren Einsatz durchgeführt haben, berichtet die BILD-Zeitung. Die Spezialeinheit der Polizei schleuderte eine Blendgranate durch ein Fenster, dass der Mann selbst zerschlagen hatte, in die Räumlichkeiten um den Bogenschützen, dann griffen die Elitepolizisten zu.

Der 43-Jährige wurde schnell überwältigt und festgenommen. Laut BILD-Informationen fand die Polizei bei der Durchsuchung der Wohnung des Schützen mehrere Bogen, Köcher mit Pfeilen, ein Reizstoffsprühgerät und ein Schwert. Die Waffen und das Zubehör wurden beschlagnahmt. Der Mann, der sich beim Eingeschlagen der Fensterscheibe offenbar an der Hand verletzt hatte, wurde mit Polizeibegleitung in ein Krankenhaus gebracht. Warum er mit Pfeil und Bogen um sich geschossen hatte, ist noch unklar.

Magdeburg gehört zu den gefährlichsten Orten in Sachsen-Anhalt
Magdeburg gehört gemäß einer Liste der Landesregierung zu den gefährlichsten Orten Sachsen-Anhalts. Die Landesregierung ließ 22 Orte als gefährlich einstufen. Laut MDR befinden sich die Schwerpunkte der Liste in Halle und Magdeburg. Vier von 22 gefährlichen Hotspots des Landes, befinden sich in Magdeburg, fünf in Halle. Als Grund für die Gefahrenbewertung werden Gewalt- und Betäubungsmittelkriminalität sowie politisch motivierte Straftaten genannt. Auch Rockerbanden wie die Bandidos und die Hells Angels sind in der Stadt an der Elbe sehr aktiv. Anfang Februar stürmte die Polizei die Wohnung und ein Clubhaus von einschlägigen Tatverdächtigen. Dabei wurden umfangreiche Waffenvorräte beschlagnahmt: Neben Pistolen und Munition fanden die Beamten auch Schwerter und Nunchakus. Ob ein Zusammenhang mit dem Bogenschützen besteht, ist nicht bekannt.