Sparkasse stoppt Kreditvergabe

„Grundsätzlich nehmen wir im Immobilien-Finanzierungsgeschäft Kreditanträge von Neukunden nicht mehr entgegen.“ Der Urheber dieser Aussage war der Leiter der Gewerbeimmobilien-Finanzierung bei der HASP, der größten deutschen Sparkasse. Auf Nachfrage betonte eine Sprecherin des Hauses nun, dass diese Anordnung auch für private Baufinanzierungen gelte.

Diese Anordnung hat richtig Gewicht. Den Darlehens-Stopp begründet die HASPA dabei nicht nur damit, dass alle Kapazitäten nun auf die Vergabe der neuen Notkredite der KfW konzentriert werden. Es gilt auch die interne Devise, dass alle „Finanzierungsanfragen zum Teil neu bewertet werden müssen“.

Bei einer kurzfristig durchgeführten Umfrage unter weiteren Banken und Sparkassen kam hervor, dass weitere Institute dies auch tun, allerdings nicht in diesem rigorosen Umfang. So antwortete der Deutsche Sparkassen und Giroverband: „Natürlich müssen die Sparkassen derzeit alle zur Verfügung stehenden Kräfte mobilisieren, um die Anfragen und Beratungen zu den unterschiedlichen Hilfsprogrammen zu bearbeiten. Allein in der vergangenen Woche haben die Institute gut 300.000 Anfragen und Beratungen abgearbeitet. Daneben betreuen sie ihre Bestandskunden, auch hier gibt es viele Fragen. In einzelnen Fällen ist es daher möglich (siehe Haspa), dass in einzelnen Segmenten das Geschäft mit Neukunden nur eingeschränkt laufen kann. Das wird in den einzelnen Instituten- je nach verfügbarem Personal – unterschiedlich gehandhabt.“

Die Sparkasse in München äußert sich in der Antwort hingegen so: „Wir finanzieren gerne auch weiterhin Immobilienkäufe auch von bisherigen Nichtkunden. Allerdings beschränken wir die persönlichen Kontakte in der Anbahnung der Finanzierung auf Telefon und lassen uns die Unterlagen per E-Mail senden. Falls es zu einem Abschluss kommt, müssen Neukunden zumindest einmal persönlich bei uns erscheinen, um sich mit Ausweis zu legitimieren.“

Keine Beschränkungen legt hingegen die Sparkasse KölnBonn auf: „Die Sparkasse KölnBonn steht auch in schwierigen Pandemie-Zeiten allen Kundinnen und Kunden – gerne auch Neukunden – in den Bereichen private und gewerbliche Immobilienfinanzierung zur Verfügung.“

„Wie sehen bei einigen regionalen Kreditinstituten durchaus Kapazitätsengpässe und längere Bearbeitungszeiten. Zum Teil wurde dann auch die Entscheidung getroffen, Neugeschäft nicht oder nur eingeschränkt anzunehmen. Gleichzeitig klappt es bei anderen regionalen Anbietern weiterhin sehr gut. Etliche haben digitale Einreichungen bereits eingeführt oder arbeiten aktiv an deren Einführung“, ist von der Interhyp zu vernehmen.

Und auch ein mittelständischer Immobilien-Projektentwickler sieht derzeit keine Einschränkungen: „Wir arbeiten in der Finanzierung seit langem mit rund 20 Sparkassen und Genossenschaftsinstituten zusammen. Und da erleben wir derzeit keinerlei Einschränkungen.“

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