Sturm auf den Reichstag: Ermittlungen gegen Aufwieglerin Tamara K.

Am vergangenen Wochenende versuchten Corona-Leugner und Reichsbürger den Reichstag zu stürmen. Heilpraktikerin Tamara K. hat den Mob offenbar aufgewiegelt. Was will diese Frau?

Nach den ausschweifenden Corona-Aufständen am vergangenen Wochenende ermittelt die Polizei wegen 424 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten. Im Fokus der Ermittlungen steht eine Heilpraktikerin namens Tamara K., die zum Sturm auf den Reichstag aufgefordert haben soll. Ihr wird „aufwieglerischer Landfriedensbruch“ vorgeworfen.

Am vergangenen Wochenende waren in Berlin zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestierten. Dabei sollen sich unter anderem Reichsbürger, Spirituelle, Impfgegner und Verschwörungstheoretiker gemeinsam versammelt haben. Bereits am Samstag wurde die Stimmung aggressiv. Die Heilpraktikerin Tamara K. rief schließlich dazu auf, den Reichstag zu stürmen, um „unser Haus zurückzuholen“. Daraufhin setzte sich ein ganzer Mob aus verärgerten Corona-Leugnern und Reichsbürgern in Bewegung und versuchte in das Parlamentsgebäude einzudringen.

Medienberichten zufolge handelt es sich bei Tamara K. um eine esoterische Heilpraktikerin aus der Eifel, die als Vertreterin der Reichsbürger bekannt sei. Sie wäre schon oft als Rednerin bei Protestbewegungen in Erscheinung getreten, schreibt der „Tagesspiegel“. Vor dem Sturm auf den Reichstag zeigte die rechte Rednerin eine klare Linie: „Wir müssen jetzt beweisen, dass wir alle hier sind und wir gehen da drauf und holen uns heute hier und jetzt unser Haus zurück“ , sagte Tamara K., wie auf Zeugenvideos zu hören ist. Gemäß Berichten der „Bild“-Zeitung, welche K. letzte Woche interviewte, behauptete die rechtsesoterische Heilpraktikerin, dass US-Präsident Trump zu jenem Zeitpunkt in Berlin gewesen sei. Dies stimmt nicht. Als der Mob sich schon aggressiv in Bewegung gesetzt hatte, versucht K. die Bewegung in einen friedlichen Protest zu verkehren: „Wir werden gleich diese komischen kleinen Dinger brav niederlegen und gehen da hoch und setzen uns friedlich auf die Treppe und zeigen Präsident Trump, dass wir den Weltfrieden wollen und dass wir die Schnauze gestrichen voll haben.“ Doch der Aufruf kam zu spät. Da stürmte bereits eine wütende Masse mit verschiedenen Flaggen Richtung Parlamentsgebäude.

Die Polizei zählte bei der Attacke auf den Reichstag 21 Straftaten, darunter zwei tätliche Übergriffe auf Polizei-Beamte. Am gesamten Wochenende wurden 59 Polizisten verletzt, erklärte ein Polizeisprecher. Die Demonstranten stellten ihrerseits 88 Strafanzeigen gegen die Polizei wegen Körperverletzungen im Amt.

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