

Schock und Trauer herrschen in einem der beliebtesten Urlaubsziele Europas: Eine Routinereise über das östliche Mittelmeer hat sich in eine verheerende Schiffskatastrophe verwandelt: Mindestens sieben Menschen sind ums Leben gekommen, 23 werden noch vermisst, nachdem eine Passagierfähre vor der Küste Nordzyperns gekentert ist.
Nach Angaben der Behörden hatte das Schiff den Hafen erst 15 Minuten zuvor verlassen, als sich die Katastrophe ereignete. Plötzlich begann die Fähre Wasser aufzunehmen und mit erschreckender Geschwindigkeit zu sinken.
Überlebende klammern sich an das gekenterte Schiff
Es war kurz nach 12 Uhr mittags Ortszeit am gestrigen Sonntag, als das Schiff einen verzweifelten Notruf absetzte. Boote und Hubschrauber wurden sofort zur Rettung entsandt. Als sie am Unglücksort eintrafen, bot sich ihnen ein schrecklicher Anblick. Die große Fähre lag zu diesem Zeitpunkt auf der Seite im Wasser, und verängstigte Passagiere in Schwimmwesten standen auf dem Rumpf. Andere waren ins Wasser geschleudert worden.
In einer Erklärung bestätigte der Präsident Nordzyperns, Tufan Erhürman, das Ausmaß der Katastrophe und sagte: „Wir haben 237 Menschen lebend geborgen. Allerdings haben wir auch sieben Menschen geborgen, die ihr Leben verloren haben. Wir sind darüber zutiefst betroffen.“ 23 Menschen werden jedoch weiterhin vermisst, und es läuft eine intensive Suche.
Massive Rettungsaktion eingeleitet
Die Fähre war mit 267 Menschen an Bord – 259 Passagieren und 8 Besatzungsmitgliedern – auf dem Weg vom Hafen von Kyrenia (Girne) in der Türkischen Republik Nordzypern zum türkischen Hafen Tasucu in der Provinz Mersin. Die Tragödie ereignete sich etwa sieben Kilometer vor der Küste des Hafens von Kyrenia. Bislang ist nichts darüber bekannt, was die Katastrophe ausgelöst haben könnte. Wie die BBC berichtet, hatte Zypern in den vergangenen Tagen schwere Stürme erlebt. Offizielle Quellen haben jedoch bereits betont, dass die Bedingungen als geeignet für die Fahrt der Fähre eingestuft worden waren. Was genau zu der Tragödie geführt hat, soll eine spätere Untersuchung klären. Derzeit konzentrieren die Behörden alle Anstrengungen auf die Rettungsaktion.
„Unsere einzige Priorität ist derzeit das menschliche Leben“, erklärte der nordzyprische Ministerpräsident Ünal Üstel in einem Beitrag auf X. „Alle staatlichen Institutionen, unsere Sicherheitskräfte, unsere medizinischen Teams und unsere Such- und Rettungskräfte sind vor Ort und arbeiten eng zusammen.“ Er sprach zudem den Familien der Opfer sein Beileid aus und wünschte den bei der Tragödie Verletzten eine schnelle Genesung.
Familien warten in Ungewissheit
Der Schock über das Geschehene ist groß. Lokale Behördenvertreter haben den Vorfall als beispiellos in der jüngeren Geschichte der Region bezeichnet. Filo Denizcilik, der Betreiber der Fähre, erklärte, man sei „zutiefst betrübt“ über den „tragischen Unfall“ und habe unmittelbar nach dem Vorfall ein Krisenmanagementteam eingerichtet. Es steht eine spezielle Hotline zur Verfügung, um die Angehörigen der Passagiere mit Informationen zu versorgen.