Trump verbietet ukrainische Angriffe auf russische Ziele

Der Ukraine-Krieg hat eine entscheidende Phase erreicht. Während Russland nur noch langsam auf dem ukrainischen Gebiet voranschleicht, geraten russische Städte und wichtige Infrastrukturanlagen vermehrt unter Beschuss. Auch der größte Zankapfel zwischen den beiden Ländern, die Krim, steht kurz davor, von den Ukrainern zurückgewonnen zu werden. Dabei spielt besonders die ukrainische Dominanz im Schwarzen Meer eine große Rolle. Mit geschickter Taktik und einem Arsenal an Drohnen, die für einen geringen Preis in Massenverarbeitung hergestellt werden, haben die Ukrainer russische Schiffe und insbesondere die berüchtigte Schattenflotte, in Schach gehalten. Jetzt mischt sich allerdings die amerikanische Regierung unter Donald Trump ein und verbietet weitere Angriffe in der strategisch wichtigen Region. 

Amerikanische Interessen unter Beschuss 

Laut Nachrichten aus den USA soll der amerikanische Vizepräsident J. D. Vance den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefongespräch aufgefordert haben, die Angriffe auf Tankschiffe auf dem Schwarzen Meer einzustellen. Der Grund sei, dass die zumeist erfolgreichen Attacken amerikanischen Firmen schaden und die ohnehin brisante globale Ölknappheit weiterhin verschlimmern. Ein besonderer Dorn im Auge waren der amerikanischen Regierung die wiederholten Angriffe der Ukraine auf das Terminal des Caspian Pipeline Consortium (CPC) im russischen Hafen Noworossijsk, über das Rohöl aus Kasachstan verschifft wird. Die Pipeline gehört den amerikanischen Energiegiganten Exxon und Chevron, deren Geschäftsleitungen dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump nahestehen. 

Ukraine gibt nach 

Der Anruf des amerikanischen Vizes kam unmittelbar nachdem ein von Exxon betriebener Tanker bei einem Angriff auf das Terminal getroffen wurde und in Flammen aufging. Neben den Amerikanern hat sich auch die Regierung in Kasachstan bei den Ukrainern darüber beschwert, dass zivile Einrichtungen, die nicht in russischem Besitz stehen, unter Beschuss genommen werden. Die Ukraine argumentiert jedoch, dass alle in Russland befindlichen Infrastrukturanlagen legitime Ziele für die ukrainischen Streitkräfte darstellen. Gemäß Angaben der amerikanischen Energiefirmen ist das Rohöl, das von dem CPC-Terminal aus verschifft wird, zumeist für den europäischen Markt gedacht. Die Ukraine hat seither die Angriffe auf das Terminal und nicht-russische Schiffe im Schwarzen Meer eingestellt. 

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Alexander Grünstedt