TV-Richter Alexander Hold zieht in den bayerischen Landtag ein

Bayern hat gewählt. Die Wahlergebnisse bringen nicht nur eine völlig neue Kräfteverteilung unter die Parteien im Münchener Landtag, sondern auch einen bekannten TV-Richter.

Alexander Hold war für die freien Wähler als Spitzenkandidat der schwäbischen Liste angetreten. In seinem Wahlkreis im Oberallgäu erzielte der TV-Richter 21,4 Prozent der Erststimmen. Damit hatte er zwar theoretisch gegen Thomas Kreuzer von der CSU verloren, dennoch zieht Hold über die Schwäbische Liste in den Landtag ein.

Gegenüber der „Allgäuer Zeitung“ erklärte Hold direkt nach Bekanntwerden der Ergebnisse im Hinblick auf die CSU: „Es geht nicht gut, wenn man zu selbstzufrieden ist.“ Zur künftigen Haltung der Freien Wähler sagte er: „Mehr als die Hälfte der Wähler möchte eine bürgerliche Regierung.“ Auch seine eigenen Schwerpunkte kündigte Hold an: „Es wird Zeit, Alltagsprobleme wie Pflege und Wohnungsnot anzupacken.“

Alexander Hold wurde als Fernsehrichter bei Sat.1. bekannt. Seit 2008 ist er Kommunalpolitiker für die Freien Wähler und engagierte sich im Stadtrat Kempten. 2016 nominierte seien Partei, die Freien Wähler, ihn sogar für das Amt des Bundespräsidenten. „Er kennt die Kommunalpolitik von der Pike auf“, erklärte Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger seinerzeit und ergänzte damals: „Gerade in Zeiten, da bei manchen Bürgern Zweifel wachsen, ob Recht und Gesetz geachtet und verteidigt werden, bringt ein Richter und Kommunalpolitiker wichtige Voraussetzungen für unser höchstes Staatsamt mit.“ Dies schienen die Freien Wähler offensichtlich bis heute noch so zu sehen.

Die Freien Wähler sind überdies Wunsch-Koalitionspartner der CSU. Söder bezeichnete dies als die „naheliegendste Variante“. Auch dies hatte Hubert Aiwanger bereits nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnungen schon vorausgeahnt und erklärt, er werde Ministerpräsident Markus Söder „machbare Vorschläge auf den Tisch legen“. Und er sei überzeugt: „Die CSU wird anbeißen.“

Seit 2008 sind die Freien Wähler im Bayerischen Landtag vertreten. Sie profitierten damals von der Unzufriedenheit der Wähler nach den Reformstürmen vom damaligen CSU-Chef und Ministerpräsidenten Edmund Stoiber sowie seinem darauf folgenden chaotischen Sturz. Der damals neue Ministerpräsident Horst Seehofer setzte darauf, dass sich die Freien Wähler ohne Regierungsbeteiligung als Phänomen auch wieder verschwinden würden. Doch sie blieben und erreichten dieses Jahr mit rund 11,7 Prozent ein Rekordergebnis.

Die CSU erzielte bei den bayerischen Landtagswahlen 37,2 Prozent, als zweitstärkste Kraft gingen die Grünen mit 17,5 Prozent aus den Wahlen hervor, Platz drei belegen die Freien Wähler mit 11,6 Prozent, dicht gefolgt von der AfD mit 10,2 Prozent.