US-Senat John McCain ist tot – Trump darf nicht zur Beerdigung

US Senator John S. McCain machte in den letzten Jahren immer wieder Schlagzeilen, weil er politisch gegen die Linie des amtierenden Präsidenten Donald Trumps einstand. Nach schwerer Krankheit starb der Senator im Alter von 81 Jahren – er hat ein schicksalhaftes Leben hinter sich.

John S. McCain wird in den USA als stolzer Marineflieger und authentischer Politiker gefeiert. Als Kriegsgefangener in Vietnam war er bereits durch die Hölle gegangen, hat den Horror von Folter und Krieg überstanden. Trotzdem schien ihm die Kraft nie auszugehen. Er kandidierte als US-Präsident, wurde republikanischer Kongressabgeordneter und Senator von Arizona. Zuletzt fiel McCain als harter Gegenspieler zur Trump-Politik auf.

Auch privat hatte John S. McCain zu kämpfen, zunächst gegen mehrere Hautkrebserkrankungen, zuletzt gegen einen bösartigen Hirntumor, dem so genannten Glioblastom. Die Krankheit wurde letztes Jahr entdeckt. Seither hatte der Senator sich einer intensiven Strahlen- und Chemotherapie unterzogen. Am Samstag hörte das Kämpfen auf. Der Ex-Marine und Hardline-Politiker erlag den Folgen seiner Krebserkrankung mit 81 Jahren.

Seine Gegenstimme zum amtierenden US-Präsidenten ließ er nicht verklingen. Vor seinem Tod hatte der US-Senat mitteilen lassen, dass Donald Trump nicht zu seiner Beerdigung eingeladen werden solle, dafür jedoch Barack Obama. 2016 kurz nach der Präsidentschaftsübernahme von Donald Trump hatte McCain das berüchtigte Steele-Dossier an das FBI weitergegeben und damit einen wichtigen Grundstein gelegt für die Ermittlungen wegen einer möglichen Wahlbeeinflussung durch Russland.

Die letzten Monate hatte McCain außerhalb der Öffentlichkeit in seiner Wahlheimat Arizona verbracht. Dort reflektierte er über den Sinn seines Lebens und nahm Besuche von Freunden und alten politischen Kämpfern an. In einem Memoire, das im Mai veröffentlicht wurde, schrieb McCain, dass er es hasste, die Welt zu verlassen, aber sich nicht beschweren könne. „Es war ein ziemlicher Ritt. Ich habe große Leidenschaften kennengelernt, erstaunliche Wunder gesehen, gekämpft in einem Krieg und geholfen, Frieden zu schaffen,“ schrieb McCain und beschreibt sein Leben zwischen Extremen, in dem er gut gelebt habe, aber auch allem beraubt worden war. Er habe entsetzliche Einsamkeit erfahren müssen und Helden kennenlernen dürfen, „Ich habe die tiefste Verzweiflung erlitten und den höchsten Jubel erlebt.“ Schreibt McCain, „ich habe mir einen kleinen Platz in der Geschichte Amerikas und der Geschichte meiner Zeit geschaffen.“