Warnung an Verbraucher: Böse Überraschung bei beliebtem Getränk

Es ist nie eine angenehme Erfahrung, festzustellen, dass das, was man gerade gekauft hat, weit von den Erwartungen entfernt ist. Noch schlimmer ist es, wenn der Inhalt einen gerade eine ordentliche Summe gekostet hat! Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat die dreisteste Werbelüge des Jahres aufgedeckt.

Bereits zum 15. Mal in Folge kürt Foodwatch jedes Jahr die Lebensmittel, die die Verbraucher am meisten verärgert haben. Im vergangenen Jahr ging der „Goldene Windbeutel“ beispielsweise an Milka Alpenmilch wegen ihrer geschrumpften Tafel. In diesem Jahr handelt es sich um ein Getränk – und besonders diejenigen Verbraucher, die sich während der Hitzewelle etwas Gutes und Gesundes gönnen wollen, sollten jetzt gut aufpassen.

Der „Goldene Windbeutel“ 2026 geht an…
Mit über 39 Prozent der Stimmen von mehr als 66.000 Teilnehmern geht der diesjährige „Goldene Windbeutel“ an … das Mikronährstoffkonzentrat LaVita. Ein Saft „Fit für das Leben“ – so bewerben ihn die Hersteller, und auf dem Papier klingt er wirklich gut: ein natürliches Konzentrat aus über 70 Obst-, Gemüse- und Kräutersorten sowie Pflanzenölen, angereichert mit Vitaminen und Nährstoffen.

Wenn Sie sich von der Hitze erschöpft fühlen und sich mehr Energie wünschen, könnte dieser Saft Sie mit seinem Versprechen durchaus verlocken. Doch wie Foodwatch aufdeckt, gibt es kaum etwas an diesem Produkt, das seinen Preis von 100 Euro pro Liter rechtfertigt.

Foodwatch urteilt: „Dreisteste Werbelüge des Jahres“
Wie Foodwatch auf seiner Website schreibt, handelt es sich bei dem „Mikronährstoffkonzentrat“ in Wirklichkeit größtenteils um Obst- und Gemüsesaftkonzentrat mit 26 zugesetzten Vitaminen und Nährstoffen – von denen sich einige tatsächlich als synthetisch herausstellen. Zudem ist laut Foodwatch die empfohlene Dosierung nicht unbedenklich, da sie zu einer Überdosierung bestimmter Vitamine führen kann: Wer die „Stress-Dosis“ einnimmt, nimmt letztendlich 14 Vitamine und Nährstoffe in zu hoher Dosierung zu sich, was aus der Nährwerttabelle, die lediglich Häkchen statt Werte enthält, überhaupt nicht hervorgeht. Zu viel Vitamin K, zum Beispiel, kann die Wirkung bestimmter Medikamente beeinträchtigen, doch auf der Verpackung findet sich kein Hinweis darauf, einen Arzt zu konsultieren.

„Fit für das Leben“?
Abgesehen von der unzureichenden Nährwerttabelle und dem hohen Preis unterscheidet sich der Saft von LaVita laut Foodwatch kaum von herkömmlichen Multivitaminsäften oder Multivitaminpräparaten, die für wenige Euro erhältlich sind. Es handelt sich um einen Fall, der „beispielhaft für die Gesundheits-Abzocke auf dem Lebensmittelmarkt“ ist: In seiner Werbung „nutzt LaVita den Wunsch nach ‚natürlichen‘ Nahrungsergänzungsmitteln aus“, urteilt Foodwatch – bei einem Preis von 50 Euro pro Flasche. Es ist ein weiteres Beispiel dafür – so argumentieren die Verbraucherschützer –, warum die Regierung eine gesetzliche Definition des Begriffs „natürlich“ für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel festlegen muss.

Weitere Kandidaten für den Goldenen Windbeutel
Während „LaVita“ der klare Sieger war, wurden die anderen Produkte, die in diesem Jahr für den Goldenen Windbeutel nominiert waren, wie folgt bewertet:

Platz 2 (21,9 %): Airfryer-Backpulver von Dr. Oetker (backt genau wie normales Backpulver, kostet aber das Dreifache).

Platz 3 (20,8 %): Matcha-Joghurt von Andechser Natur (enthält nur 0,1 % Matcha)

Platz 4 (14,4 %): „Oh Yeah Bear Libido“ von Beautybears GmbH (hat laut Foodwatch dieselbe Wirkung auf die Libido wie normale Gummibärchen, kostet aber das 27-Fache)

Platz 5 (3,7 %): Airwaves Cool Cassis von Mars (kleinere Packung, aber fast derselbe Preis)

Den vollständigen Bericht zu jedem Produkt sowie weitere Beispiele dafür, wie Werbung täuschen kann, finden Sie auf der Website von Foodwatch.

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Oskar Herbert