Wetter-Horror in Deutschland: erst Hitze, jetzt die Flut

Auf die brechende Hitze folgen Unwetter. Eine gewaltige Gewitter-Front rollt über Deutschland. Hessen und Teile NRWs versinken in einer Flut aus Wasser und Schlamm – zuvor brannten Häuser nieder. Die Hitze und die Kaltfront knallen explosiv aufeinander: Von der Nordsee bis zum Schwarzwald schüttete es bis zu 60 L pro Quadratmeter.

Auf dem Weg nach Osten verkümmert die Gewitterfront heute noch. Morgen kracht es dann vermutlich im ganzen Land noch einmal ordentlich: Es kann örtlich sogar zu gefährlichen Hagelschauern und Tornados kommen.

Der Deutsche Bauernverband sorgt sich insbesondere um die Region NRW, die morgen verstärkt von Starkregen mit Sturm und Hagel betroffen sein wird. „Das Wetter könnte die noch lebenden Pflanzen weiter kaputt machen“, sagte Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW am Mittwoch via dpa-Meldung: Vor allem das Tierfutter werde nach der Trockenheit langsam knapp. Auch für Fische in kleineren Gewässern wie Teichen oder Bächen mit geringer Fließgeschwindigkeit seien heftige Schauer laut der Bundesanstalt für Gewässerkunde ungünstig.

Während die Sonne gestern noch knallte, löste ein Brand an der ICE-Strecke bei Siegburg eine Katastrophe aus. Laut Bild-Zeitung wurden 32 Menschen verletzt und sieben Häuser zerstört. 500 Fahrzeuge mussten mit Löschfahrzeugen anrücken. Die genaue Brandursache ist noch unklar. Vermutlich haben sich jedoch ausgetrocknete Büsche entlang der Gleise entzündet. Weil alles vertrocknet ist, hat sich das Feuer rasend schnell verbreitet. Ein Funkenflug hat dann die Häuser in Brand gesetzt. Die Hitze der letzten zwei Wochen hat alles vertrocknen und damit leicht entzündlich werden lassen. Seit heute ist klar: 23 Menschen sind bei dem Brand obdachlos geworden. Wenn sie Pech haben, rollt morgen auch noch einmal das Gewitter über sie.

Am Freitag soll das Unwetter wieder abklingen und mildere Temperaturen zurücklassen – eine vollkommende Entwarnung ist das jedoch noch nicht. Die Dürre und damit die Brandgefahr, die zu einer Katastrophe wie in Siegburg führen kann, bleibt leider erhalten. Diplom-Meteorologe Dominik Jung (Wetter.net) erklärte im BILD-Interview: „Starkregen ist nur sehr kleinräumig und lokal. Wenn der Regen heftig aufprasselt, zieht meist nichts ein und fließt gleich weg. Zudem ist der Boden steinhart – da dringt einfach nichts ein. Das kann zu Überschwemmungen führen. Leichter bis mäßiger Landregen und das mehrere Tage am Stück und vor allem Dingen flächendeckend – das wäre dringend notwendig. Ist aber leider nicht in Sicht!“