WhatsApp reagiert auf Corona-Fake-News mit Beschränkungen

Der beliebte Smartphone-Messenger WhatsApp verändert erneut seinen Funktionsumfang. Dieses Mal will die Facebook-Tochter der Verbreitung von Fake-News entgegenwirken und schränkt deshalb die Weiterleitungsfunktion ein.

In den vergangenen Wochen stellt die Facebook-Tochter WhatsApp eine erhöhte Nachfrage fest. Millionen Menschen nutzen den Messenger, um trotz Kontaktverboten oder Ausgangssperren mit ihren Freunden und Verwandten in Kontakt zu bleiben. Gleichzeitig werden auch immer mehr Nachrichten weitergeleitet und darunter, so nimmt man bei Facebook an, befinden sich auch sehr viele Falschmeldungen oder Verschwörungstheorien rund um die Corona-Pandemie. Genau dagegen möchte WhatsApp vorgehen. Deshalb wird die Funktion des Weiterleitens erneut eingeschränkt.

Nachrichten, die bereits mehr als fünfmal weitergeleitet wurden, sind bereits als Kettenbriefe markiert. Diese sollen ab sofort jedoch nur noch an einzelne Chats weitergeleitet werden können. Eine schnelle Auswahl mehrerer Empfänger wird nicht mehr möglich sein. Damit möchte WhatsApp die Weiterleitung von Falschmeldungen verlangsamen.

Neben Falschmeldungen um die Corona-Pandemie sieht sich WhatsApp auch immer wieder in der Kritik, dass gewaltverherrlichende, jungendgefährdende oder hetzerische Inhalte verbreitet würden. Aktuell warnen Beobachter der Messenger-Entwicklung vor einer Audiodatei, die eine abstruse Morddrohung enthalte. Empfänger der Nachricht würden von einem Absender namens „Damian“ erpresst, die Nachricht an mindestens 20 Personen weiterzuleiten, ansonsten drohe ihnen ein grausamer Tod. „Damian“ behauptet, er würde sich um Mitternacht ins Schlafzimmer schleichen und den Nicht-Weiterleiter beobachten. Binnen der folgenden 24 Stunden würde man nicht mehr aus dem Auge gelassen und schließlich „auf brutale Art und Weise“ ermordet. „Damian“ wolle auch das Blut seiner Opfer trinken und dessen Knochen essen. Schließlich werden die Namen der angeblichen Opfer genannt. Experten sagen dazu: Alles Quatsch! Dies sei ein schlechter Scherz mehr nicht. Die beste Art darauf zu reagieren, sei es, die Nachricht zu ignorieren.

Schon 2019 führte WhatsApp Maßnahmen ein, um die Weiterleitung von Nachrichten zu beeinflussen. Nachrichten, die mehr als fünfmal weitergeleitet wurden, sind seither mit einem Doppelpfeil versehen, damit dem Nutzer transparent wird, dass es sich um eine Nachricht handelt, die mehrfach weitergeleitet wurde und somit nicht, wie vielleicht suggeriert, von einem „Bekannten“ stammt. Nach eigenen Angaben führte diese Strategie zu einem Rückgang von Weiterleitungen um 25 Prozent.

Eine inhaltliche Überprüfung von Nachrichten schließt das Unternehmen aus technischen Gründen aus. Da die Nachrichten eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung hätten, könne WhatsApp nicht prüfen, was da geschrieben würde. Deswegen könne der Messenger keine Unterbindung von Falschinformationen, Verschwörungstheorien oder Hetzkampagnen garantieren.

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