Winter-Chaos: Schnee, klirrende Kälte und Straßenglätte

Achtung Glatteis! Heute Nacht wird es gefährlich rutschig auf den Straßen. Besonders in Hessen ist es bereits heute Vormittag zu zahlreichen Unfällen durch glatte Straßen gekommen. Die Frostwarnung gilt jedoch für ganz Deutschland.

Der Winter sorgt für kalte Weihnachtsstimmung. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) beobachtet vor allem im östlichen Bergland, im Bayerischen Wald, im Erzgebirge und in den Alpen ganz viel Schnee. Auf dem Fichtelberg wurden am heutigen Dienstag Schneehöhen von 30 Zentimetern gemessen, so teilte der DWD auf Anfrage der „Thüringer Allgemeinen“ mit.

Während der Schnee bei stellenweise zweistelligen Minusgraden im Gebirge die Skisaison einheizt, bringt Straßenfrost die Autofahrer in den tieferen Lagen ins Schwitzen. Einzig im Nordosten und an der Küste wird ein gemäßigtes Klima erwartet. Deutschlandweit besteht in der Nacht zum Mittwoch und Donnerstag die Gefahr von Eisglätte oder Reifglätte. Die Polizei rät: „Passen Sie Ihr Tempo den Witterungsbedingungen an und fahren Sie vor allem früh morgens ganz besonders vorsichtig.”

Zahlreiche Unfälle in Westdeutschland
In Hessen und NRW kam es bereits heute Morgen zu zahlreichen Unfällen aufgrund von glatten Straßen. Im Kreis Marburg-Biedenkopf krachte es ganze sechs Mal innerhalb von zwei Stunden am Dienstag-Morgen. Im Landkreis Gießen meldete die Polizei mehr als zehn Unfälle. In Münster ereigneten sich laut „Westfälische Nachrichten“ etwa ein Dutzend Unfälle im morgendlichen Berufsverkehr.

Frost „noch nicht auf dem Radar“
Tim Staeger, Wetterexperte des „hessenschau“ warnte: “Die Menschen haben es aufgrund des bislang milden Wetters noch nicht so auf dem Radar, dass es nachts zu Frost kommt und die Straßen wegen überfrierender Nässe und Reifglätte gefährlich sind”, so Staeger: “Die Glätte ist auch in den nächsten Tagen im morgendlichen Berufsverkehr ein Thema.”

Sicher fahren bei Straßenglätte
Der ADAC rät bei Straßenglätte zu einem gemäßigten Fahrstil. Wer schnell Gas gibt oder abrupt bremst, rutscht auf glatter Straße. Gerät das Fahrzeug erst einmal ins Rutschen, heißt es richtig handeln: „Auskuppeln und schnell, aber gefühlvoll gegenlenken.“, so der ADAC.

Auf verschneiter, glitschiger Fahrbahn gilt es die Geschwindigkeit effektiv zu drosseln. Dabei kann die Motorbremse helfen. “Das muss aber unbedingt sehr vorsichtig erfolgen”, rät Vincenzo Lucà vom Tüv Süd. “Man schaltet vorsichtig einen Gang runter, kuppelt weich ein und gibt kein Gas mehr”, erklärte Lucà gegenüber der Süddeutschen Zeitung.