Wirtschaft: Alle Zahlen gesunken, auch die Preise

Der Donnerstag war ein historischer Tag. Die errechneten Wirtschaftszahlen dies- und jenseits des Atlantiks sind in den Keller gerutscht, aber auch die Inflationsrate und damit die Preise für Konsumgüter.

In Folge der gesunkenen Mehrwertsteuer ist die Inflationsrate in Deutschland erstmals seit rund vier Jahren negativ. Nach Berechnungen des statistischen Bundesamts sanken die Verbraucherpreise im Juli um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies geschah zuletzt im April 2016. Commerzbank-Volkswirt Marco Wagner prognostizierte gegenüber dem „SPIEGEL“, dass diese Entwicklung aufgrund steigender Ölpreise vermutlich nicht von Dauer sei. Aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) wäre dies auch nicht erwünscht. Für den gesamten Euroraum wird im Zuge einer wachsenden Wirtschaft eine Jahresteuerungsrate von knapp 2 Prozent angestrebt.

Dax und BIP auf Talfahrt

Bemerkenswert ist nicht nur die aktuell berechnete Inflationsrate. Auch der Dax ist am Donnerstag um 3,5 Prozent in die Tiefe gerauscht, nachdem die US-Regierung einen historischen Konjunktureinbruch verkündetet hatte.

Im zweiten Quartal, also von April bis Juni, ist die geschätzte US-Wirtschaftsleistung des Jahres um 32,9 Prozent in den Keller gegangen. Der errechnete Wert zeigt an, welches Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2020 zu erwarten ist, wenn die kommenden zwei Quartale genauso verlaufen, wie die letzten drei Monate. Nach dem ersten Quartal lag der Wert bei einem Minus von 5 Prozent. Zum Vergleich: Im Zuge der Finanzkrise 2008 ist das BIP der Vereinigten Staaten von Amerika im vierten Quartal um 8,4 Prozent geschrumpft. Der bislang heftigste Einbruch ereignete sich 1958. Damals sank die US-Wirtschaftsleistung jedoch auch „nur“ um etwa 10 Prozent.

Der Wert der Bundesrepublik ist nicht mit der US-Konjunktur-Prognose vergleichbar, da er anders berechnet wird. Trotzdem liegen auch die Berechnungen für das deutsche BIP historisch schlecht. Die deutsche Wirtschaftsleistung ist gemäß der aktuellen Auswertung um 10,1 Prozent eingebrochen. Ein solcher Tiefgang wurde seit Beginn der Quartalsberechnungen in den 1970er Jahren noch nie erfasst. Der schlechteste Wert für Deutschland lag bisher bei 7,9 Prozent im zweiten Quartal 2009.

Wirtschaftsexperten äußerten über alle Medien hinweg, dass diese Zahlen heftig, aber keinesfalls überraschend kamen. Im Zuge der Corona-Maßnahmen bzw. der Unruhen und katastrophenartigen Zustände in den USA, war weltweit ein deutlicher Wirtschaftseinbruch zu erwarten. Denn Produktionswerke standen still, der Konsum verzeichnete einen Rückgang, Importe und Exporte wurden ausgebremst, die Gastronomie und Tourismusbranche sowie der Dienstleistungssektor lagen und liegen teilweise komplett brach.

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