

So etwas hat die Welt noch nie gesehen: Die beiden Nationalmannschaften lieferten sich auf dem Spielfeld einen erbitterten Kampf – eine gewann, die andere verlor. Nur wenige Stunden später taucht der Schatten eines alten militärischen Konflikts wieder auf.
Die Rede ist von England und Argentinien. Am Mittwochabend in Atlanta erzielte Argentinien zwei späte Tore und besiegte ein erschüttertes England mit 2:1, wodurch es ins WM-Finale einzog. Die Mannschaft von Thomas Tuchel kehrt beschämt nach Hause zurück. Doch damit ist die Sache bei weitem nicht zu Ende: Es regt sich eine Feindseligkeit, die weit über den Fußball hinausgeht.
Argentinien erhebt schwerwiegende Vorwürfe gegen Großbritannien
Nur wenige Stunden nach dem Spiel gab das argentinische Außenministerium bekannt, dass es bei der britischen Botschaft eine „formelle Protestnote“ eingereicht habe. Der Grund dafür ist schwerwiegend: Die Lage zwischen den beiden Ländern ist weiterhin von Spannungen geprägt. So sehr, dass bereits die Bewegung eines einzigen Schiffes der Royal Navy Anlass für die aktuelle Aufregung ist.
Nach Angaben des argentinischen Außenministeriums soll das Patrouillenschiff „HMS Medway“ der Royal Navy ohne vorherige Benachrichtigung der Behörden in argentinische Gewässer eingedrungen sein.
Warum wird dies so ernst genommen?
Im Jahr 1982 führten Großbritannien und Argentinien einen brutalen Krieg um die Falklandinseln. Nach 74 Tagen intensiver und blutiger Kämpfe war Argentinien gezwungen, sich zu ergeben. Dies ist nie vergessen worden.
Die Falklandinseln gehören seitdem zu Großbritannien, doch Argentinien hat dies bei weitem nicht akzeptiert. Dies wurde am Ende des WM-Spiels sehr deutlich, als ein argentinischer Spieler mit einem Transparent mit der Aufschrift „Las Malvinas son argentinas“ („Die Malvinas gehören zu Argentinien“) auf den Platz lief. Die FIFA verbietet ausdrücklich die Verbreitung politischer Botschaften durch Spieler und Offizielle – es bleibt abzuwarten, ob dieser Vorfall Konsequenzen nach sich ziehen wird.
Die Regierung der Falklandinseln hat bereits in der Vergangenheit betont, dass die Inseln das Recht auf Selbstbestimmung haben und dass die Falklandinseln gemäß dem Willen der Einwohner ein britisches Überseegebiet bleiben wollen. Es bleibt nur zu hoffen, dass Argentinien die Angelegenheit nun erneut auf sich beruhen lässt. Wie t-online berichtet, hatte Argentiniens Vizepräsidentin Victoria Villarruel bereits vor dem Spiel die Engländer im Zusammenhang mit den umstrittenen Inseln als „Piraten“ bezeichnet. Dass diese Haltung dann auch bei der WM von einem argentinischen Spieler auf diese Weise so deutlich zum Ausdruck gebracht wurde, ist äußerst besorgniserregend.