

Der Krieg im Iran schlägt jetzt voll in der Reisebranche ein und so gut wie alle Fluggesellschaften werden ihre Flugpläne für die Wintersaison drastisch einschränken. Hohe Kerosinkosten, die durch die Einschränkungen aufgrund der Sperre in der Straße von Hormus veranlasst wurden, machen den Reiseveranstaltern zu schaffen, aber keiner unternimmt so drastische Maßnahmen wie der irische Billigflieger Ryanair. Rund zwei Millionen Passagiere weniger will die Fluggesellschaft diesen Winter und nächstes Frühjahr transportieren, und der Rest der Fluggäste wird mit einer kräftigen Erhöhung der Ticketpreise konfrontiert.
Hohe Treibstoffkosten als Hauptgrund genannt
Laut einer Stellungnahme des Billigfliegers erweist sich der Winterflugplan regelmäßig als weniger gewinnbringend als die Flüge zur Hochsaison im Sommer. Um die Ansprüche der Investoren, die hohe Renditen von dem irischen Unternehmen gewöhnt sind, zu beschwichtigen, müssen mindestens 100 Millionen Euro in Treibstoffkosten eingespart werden. „Angesichts hoher Ölpreise ist es sinnvoll, das Engagement der Gruppe in nicht abgesicherten Kerosinmengen während des unrentablen Winterflugplans strategisch zu reduzieren“, heißt es in einem Schreiben von Ryanair. Die Fluggesellschaft ist eigentlich für ihre hohe Wettbewerbsbereitschaft bekannt und gerne dazu bereit, die Konkurrenz durch enorme Preiskriege und ausgeklügelte Flugpläne, oft von Flugplätzen aus, die hunderte Kilometer von dem eigentlich angegebenen Ziel liegen, ins Abseits zu stellen. Die Ankündigung, rund zwei Millionen Passagiere weniger zu transportieren, wird eine umfassendere Neuplanung der Kapazitäten bei anderen europäischen Fluggesellschaften einläuten.
Ticketpreise werden teurer
Während die Streichungen von Ryanair-Flügen gute Nachrichten für die Konkurrenz darstellen, die jetzt ihre Flugzeuge leichter füllen könne, ist auch bei anderen der Treibstoffpreis ein Grund zur Sorge. Peter Gerber, Chef von Condor, warnt vor stark erhöhten Ticketpreisen, die notwendig sein werden, um den Preisanstieg von Kerosin auszugleichen, den die Fluggesellschaften zahlen müssen. Um Passagiere vor einer Kostenexplosion zu bewahren, fordert er die deutsche Regierung auf, die Luftverkehrsteuer stark zu senken oder gar zu entfernen. Laut Gerber wird auch ein rasches Ende des Krieges im Iran nicht dazu führen, dass Treibstoffpreise nennenswert sinken werden.