Verbraucherzentrale initiiert Sammelklage gegen Versicherer

Der Verbraucherzentrale Bundesverband initiiert eine Sammelklage gegen den Versicherer Debeka. Bei vorzeitigen Vertragskündigungen sind aus Sicht der Verbraucherschützer unrechtmäßig Stornogebühren erhoben worden.

Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, sagte den Funke-Zeitungen, es sei „unzumutbar“, Verbraucher bei einer Kündigung ihrer Lebensversicherung zusätzlich mit einer „intransparenten Stornogebühr zu belasten“. Die Verbraucherzentrale setze sich dafür ein, dass Betroffene ihr Geld zurückbekämen.

Nach Berechnungen der Verbraucherschützer betrifft der Vorgang zehntausende Kunden mit Lebens- oder Rentenversicherungen. Insgesamt sollen von 2022 bis 2024 über einen zusätzlichen „kapitalmarktabhängigen Stornobetrag“ mehr als 100 Millionen Euro einbehalten worden sein. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen will mit einer Musterfeststellungsklage die Erstattung solcher Abzüge erreichen.

Die Debeka weist die Vorwürfe zurück. Die Klausel sei rechtlich zulässig und hinreichend transparent, sagte ein Sprecher den Funke-Zeitungen. Nach Unternehmensangaben ist die bei Vertragsbeginn vereinbarte Regelung ein wirksamer Ausgleich für Veränderungen der Ertragslage des Versichertenkollektivs.

Im Kern geht es um eine Vertragsklausel, die nach Angaben der Verbraucherzentrale mindestens seit 2009 verwendet worden sein soll. Sie ermögliche Debeka, neben üblichen Stornoabzügen einen weiteren, vom Kapitalmarkt abhängigen Betrag bei Kündigungen vor Laufzeitende einzubehalten. Aus Sicht der Verbraucherschützer ist die Klausel intransparent und damit unwirksam, weil Kunden beim Abschluss die mögliche Höhe eines Abzugs nicht verlässlich einschätzen können. Für 2022 bis 2024 gehen die Verbraucherschützer bei geschätzt 242.000 vorzeitig gekündigten Verträgen von insgesamt gut 100 Millionen Euro aus, die zu viel einbehalten worden sein könnten.

dts Nachrichtenagentur

Foto: Verbraucherzentrale-Bundesverband (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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  • Mir wurden bei 3 Lebensversicherungen Abzüge in Höh von mehreren tausend DM gemacht.und das bei jede einzelnen Vertrag.. Verwaltungskosten und geringe Erträge auf dem Aktienmarkt, so wurden die Abzüge begründet .Habe mich an einen Ombudsmann gewandt und um Klärung gebeten
    Der Ombudsmann erklärte, dass die Versicherung so handeln darf,muss jedoch keine Auskunft darüber erteilen, wie sich die Abzüge zusammensetzen. Eine Auskunft auf Anfrage bei der Versicherung erhielt man auch nicht.
    Die Versicherung kann willkürlich Abzüge machen, ohne diese näher zu erklären.Am Ende kommen da ganz andere Auszahlungsbeträge heraus, als bei Vertragsabschlusss vorgerechnet. Man bekam zwar immer wieder Briefe über den Verlauf de Versicherung und Kontostand Aber mit dem Hinweis, dass diese Nachricht unverbindlich sei Bei tausenden von Kunden sind das erhebliche Einbehalte die wahrscheinlich als Boni an die Führungsebene der Gesellschaft zur Auszahlung kommen. Der Kune hat da keinerlei Rechte

  • Der Name alleine ist eben noch keine Garantie für eine guten und korrekten Versicherer.
    Zu den guten und finanzstarken Versicherern gehört die Debeka sowieso nicht.
    Aber das Geld von den Versicherten auf diese Art und Weise zu holen ist schon sehr bedenklich.
    Ich habe erfreulicherweise keine Versicherung bei der DEBEKA und werde auch keine Versicherung bei diesem Versicherer abschliessen.

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