

In großen Teilen Deutschlands wurde der Notstand ausgerufen. Der Grund ist eine akute Wasserknappheit. Auf keinen Fall darf Wasser aus Flüssen und Seen entnommen werden.
Wasser-Notstand in mehreren Landkreisen in Baden-Württemberg: Die anhaltende Trockenheit und die sinkenden Pegelstände sind der Grund, warum derzeit aus Flüssen, Bächen und Seen keinesfalls Wasser entnommen werden darf. Im Landkreis Biberach wurde das Verbot gleich bis Ende Juni ausgesprochen. Bisher war das Abpumpen aus Gewässern ohne besondere Genehmigung erlaubt.
Heftige Bußgelder drohen
Das Landratsamt Biberach führt kritische Pegelstände als Grund an. Vor allem besonders kleine Bäche seien betroffen. Wer sich nicht an die Anordnung hält, muss mit Bußgeldern von zu 100.000 Euro rechnen.
Vieh darf getränkt werden
Ähnlich dramatisch ist die Lage im Bodenseekreis: Ab dem 29. Mai gilt – ebenfalls bis zunächst Ende Juni – ein entsprechendes Verbot. Weder Privatleute noch Landwirte, die eigentlich eine Genehmigung zur Bewässerung haben, dürfen sich Wasser abpumpen. Nur die Entnahme aus dem Bodensee selbst sowie aus dem Grundwasser im genehmigten Umfang und das Tränken von Vieh sind weiterhin gestattet. Ebenfalls erlaubt ist das Schöpfen per Hand – das Landratsamt ersucht jedoch darum, darauf zu verzichten.
Im Landkreis Böblingen kennt man ein solches Verbot schon seit Jahren. Die Wasserentnahme aus Bächen und Flüssen wird jährlich vom 1. Juni bis Ende September untersagt.
Behörden erwarten keine Verbesserung
Die Behörden betonen, dass auch dann kein Wasser entnommen werden darf, wenn an einzelnen Stellen scheinbar noch genug davon ist. Nach lokalen Schauern und Gewittern gibt es auch meistens nur kurzfristig und punktuell eine Besserung. Das Landratsamt Bodenseekreis rechnet aber nicht mit einer nachhaltigen Erholung der Pegelstände. Dauert die Trockenheit weiter an, wird eine Verlängerung der Verbote auch nicht ausgeschlossen.
Immer weniger Regen
Trockenheit wird in Deutschland zunehmend zum Problem. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet für das Jahr 2025 eine Niederschlagsmenge von 655 l/m². Es handelte sich zudem um eines der fünf sonnigsten Jahre seit 1951. So kam es zu einem deutlichen Niederschlagsdefizit. Dafür waren in vielen Regionen Deutschlands der Juli und der September zu nass.