Ekel-Fund in Supermarkt-Grillfleisch

Wir befinden uns mitten in der Grillsaison und das Angebot in den Supermärkten ist vielfältig. Leider bekommen Verbraucher aber nicht immer die Qualität, die sie erwarten. In Schnitzel und Grillwürstchen von Aldi, Rewe und Lidl wurden gefährliche Keime gefunden.

Grillfleisch und Würstchen, die in deutschen Supermärkten über das Kassenband gehen, sind offenbar in erschreckend hoher Menge mit antibiotikaresistenten Bakterien belastet. Zu diesem Ergebnis kam der Umweltschutzverband „Greenpeace“, der Stichproben von Schweinefleischprodukten im Labor untersuchen ließ. Fast ein Viertel der getesteten Grillwaren war mit den gefährlichen Erregern belastet. Die Produkte wurden bei Rewe, Lidl und Aldi in Deutschland verkauft.

Eine offizielle Produktwarnung wurde deshalb nicht ausgesprochen, denn die Gefahr sich über den Verzehr dieser Lebensmittel mit Bakterien zu infizieren, ist gering. Beim Kochen oder Grillen werden die Erreger in der Regel vollständig abgetötet. Dennoch ist die Entdeckung nicht harmlos. Über das Fleisch, die Verpackung, Abfälle oder eine unsachgemäße Zubereitung können die gefährlichen Bakterien in die Umwelt geraten.

Antibiotikaresistente Bakterien gelten als besonders gefährlich, da Antibiotika, also die Behandlung im Fall einer Erkrankung, nicht mehr gegen sie wirksam sind. Da Bakterien in der Lage sind, sich selbst zu verbreiten und Resistenzen weiterzugeben, können so gefährliche Krankheitserreger entstehen, gegen die wir kein wirksames Mittel haben. Derartige Infektionen werden in Krankenhäusern immer wieder zum Problem und enden im schlimmsten Fall tödlich. Die so verursachten Todesfälle mehren sich seit Jahren.

Die Keime gelangen über Schlacht-Abwasser in die Umwelt

Bereits Mitte Mai hatte der Naturschutz-Verein darauf hingewiesen, dass das Abwasser von Schlachthöfen oftmals mit antibiotikaresistenten Keimen verseucht sei und die Bakterien auf diese Weise in der Umwelt verteilt würden. Greenpeace hatte 33 Proben von sieben Schlachthöfen in drei Bundesländern untersuchen lassen. 30 der Wasserproben enthielten antibiotikaresistente Keime. „Auch Schlachthöfe verbreiten Resistenzen gegen überlebenswichtige Antibiotika und tragen damit dazu bei, dass Infektionskrankheiten immer schwerer zu behandeln sind“, erklärte Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Dirk Zimmermann.

Die konventionelle Tierhaltung steht schon lange in der Kritik, Antibiotikaresistenzen zu verursachen, da den Tieren oft in großen Mengen Antibiotika verabreicht werden, um Massenerkrankungen bei der – oft hygienisch bedenklichen – Haltung auf geringstem Raum, zu behandeln. Viele Mastbetriebe verabreichen Antibiotika auch vorbeugend, um das Entstehen von Krankheiten zu verhindern. Damit befeure die Fleischindustrie Antibiotikaresistenzen, bemängelt Zimmermann, „die Tiere müssen besser gehalten werden und ihre Zahl muss sinken. Nur dann lässt sich der Antibiotika-Einsatz in den Ställen weiter verringern.”

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