Hass-Angriff: Deutscher Fußballfan in Kanada krankenhausreif geschlagen

„Andere Länder, andere Sitten “, heißt es, aber dass eine Gruppe von deutschen Fußballfans ausgerechnet im liberalen und ansonsten höchst einladenden Kanada auf die falsche Seite der Einheimischen gerät, ist schockierend. Der Vorfall ereignete sich nach dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste. Nach dem 2:1-Sieg der DFB-Elf wollten die deutschen Fans, die das Spiel im Stadion in Toronto live gesehen hatten, gründlich feiern. Das Ziel war ein Nachtklub, der nach dem berühmten Kultfilm „Paris, Texas“ (1984) des deutschen Filmregisseurs Wim Wenders benannt wurde. Der Besuch endete damit, dass mindestens einer der Fans nicht im gleichen Zustand wieder nach Hause nach Deutschland kommen wird, wie er das Land verlassen hat. 

Wegen Regenbogen-Fächer 

Laut einem Bericht im Hamburger Abendblatt, das mit den deutschen Fans in Kanada gesprochen hat, kam es in dem Nachtclub zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen den Deutschen und einer Gruppe Einheimischer. Der Grund sei nach Angaben der Deutschland-Fans ein Regenbogen-Fächer einer der Deutschland-Fans gewesen sein. Der Fächer, der gemäß den Fans lediglich „ein Zeichen der Freiheit“ setzen sollte, hatte bereits zuvor im Fußballstadion Anstoß bei kanadischen Zuschauern erregt und zu Pöbeleien geführt. Im Nachtklub eskalierte die Situation und es kam zu Handgreiflichkeiten. Einem der deutschen Gäste wurde das Glas aus den Händen geschlagen, bevor er gewaltsam zu Boden gedrückt wurde und mit Fäusten maltraktiert wurde. Dabei wurde ein 33-jähriger Fußballfan aus Berlin derart verprügelt, dass er ins Krankenhaus musste. Dort musste ihm eine Platzwunde vernäht werden, bevor er entlassen werden konnte. 

Keine Hilfe von der kanadischen Polizei 

Keine Hilfe von der Polizei 

Laut den betroffenen Deutschland-Fans waren weder der Sicherheitsdienst des Nachtklubs noch die Polizei willig, den Deutschen zur Seite zu stehen. „Die Türsteher haben nichts gemacht. Ich habe mich hinter die Bar gerettet“, sagte einer der Deutschen zum Hamburger Abendblatt. Nachdem die Polizei herbeigerufen wurde, flüchteten die Täter. Aber auch die kanadische Polizei zeigte sich wenig willig, den Deutschen behilflich zu sein. Auf die Anfrage, ob die Polizei die Sache weiterverfolgen würde, kam die Reaktion:  „Das wird eh schwierig, es lohnt sich nicht“.  Die Deutschland-Fans lassen sich aber durch den Vorfall laut eigenen Angaben nicht von der Fußball-WM vergraulen, sondern sind schon auf dem Weg zum nächsten Vorrundenspiel gegen Ecuador, das am Donnerstag in East Rutherford in den Vereinigten Staaten stattfindet.

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  • Niemand mag uns mehr. Aber alles nehmen gern unser Geld. Wir sind mit unserem ständigen moralischen Zeigefinger selbst daran schuld

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Alexander Grünstedt