

Eine neue Pflicht wird bundesweit eingeführt: Millionen von Bürgern müssen schon bald handeln.
Termine, Bürokratie und zusätzliche Kosten: Eine neue Pflicht bedeutet fast immer eine zusätzliche Belastung für die Bürger, auch wenn – wie in diesem Fall – die Absichten dahinter gut gemeint sind. Darauf müssen Sie sich einstellen.
EU-Beschluss bringt neue Pflicht für Millionen von Bürgern
Millionen von Katzen- und Hundebesitzern in ganz Deutschland werden bald einen Termin beim Tierarzt vereinbaren müssen. Grund dafür ist ein neuer Beschluss der EU. Demnach besteht künftig die Pflicht, alle Katzen und Hunde mit einem Chip versehen und registrieren zu lassen.
Ziel ist es, dass die Tiere und ihre Besitzer leicht identifizierbar sind. Damit will die EU den illegalen Handel mit Welpen und Kätzchen eindämmen, der heutzutage oft über das Internet abgewickelt wird. Die Registrierung aller Katzen und Hunde in Datenbanken soll es ermöglichen, jeden Handel zurückzuverfolgen. Dies dürfte hoffentlich auch dazu führen, dass weniger Haustiere ausgesetzt werden. Wer seinen Hund in der Urlaubszeit aussetzt, muss mit einer strengen strafrechtlichen Verfolgung rechnen.
Darüber hinaus beabsichtigt die EU, gegen skrupellose Züchter vorzugehen, indem sie der Qualzucht (d. h. der Zucht auf Merkmale, die dem Tier Leiden und ein hohes Gesundheitsrisiko verursachen), Verstümmelungen wie dem Kupieren von Schwänzen und Ohren sowie Inzucht ein für alle Mal ein Ende setzt.
Was die neue Pflicht für deutsche Katzen- und Hundebesitzer bedeutet
Gemäß dem Beschluss der EU haben private Hundebesitzer bis 2036 Zeit, ihren Hund chippen zu lassen, Katzenbesitzer bis 2041. Züchter hingegen müssen alle ihre Tiere innerhalb der nächsten vier Jahre chippen und registrieren lassen. Wer eine Katze oder einen Hund aus einem Nicht-EU-Land im Ausland adoptieren oder kaufen möchte, muss das Tier chippen und impfen lassen, bevor es in die EU einreisen darf.
Was wird beim Chippen gemacht?
Das Chippen eines Hundes oder einer Katze ist ein schneller, sicherer und weitgehend schmerzfreier Vorgang, bei dem ein Tierarzt einen winzigen elektronischen Chip – etwa so groß wie ein Reiskorn – unter die Haut des Tieres zwischen den Schulterblättern injiziert. Die ID des Chips wird dann zusammen mit den Daten des Besitzers in einer Datenbank erfasst. Die Kosten für das Chippen eines Tieres liegen in der Regel zwischen 50 und 100 Euro.
Auch ohne gesetzliche Pflicht ist es eine gute Idee, Ihren Vierbeiner chippen zu lassen, für den Fall, dass er einmal wegläuft. Im Gegensatz zu einer Halsbandmarke, die verloren gehen kann, ist ein Chip eine dauerhafte, lebenslange Kennzeichnung, die einfach mit einem Scanner ausgelesen werden kann. Die Registrierung des Chips bei Datenbankdiensten wie TASSO e.V. oder FINDEFIX ist schnell und kostenlos.
Lob und Kritik für die neue Regelung
Tierschutzverbände begrüßen die Entscheidung der EU. Mittlerweile finden rund 60 Prozent aller Tierkäufe über das Internet statt, und die neue Regelung wird dazu beitragen, unverantwortliche Praktiken einzudämmen, da Plattformen, die Tiere zum Verkauf anbieten, künftig auch die Chip-Informationen anzeigen müssen – wem das Tier gehört, woher es stammt und wo es geboren wurde –, was Käufern helfen dürfte, eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Kritisiert wird jedoch die lange Frist, die für das Inkrafttreten der neuen Regelung festgelegt wurde. Der Beschluss selbst wurde mit großer Mehrheit gefasst, und die zuständigen EU-Gesetzgebungsorgane haben sich bereits auf die Ausgestaltung der Verordnung geeinigt. Es fehlt lediglich die formelle Zustimmung des Ministerrats. Eine Umsetzung durch die nationalen Parlamente ist nicht erforderlich – die Regelung tritt sofort in Kraft. Wie der Deutsche Tierschutzbund kritisiert, scheint es keinen Grund für die Verzögerung durch die langen Übergangsfristen zu geben.
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Und als Nächstes sind wir dran. Wetten, dass das irgendwann mal kommt?
Endlich, so kann vielleicht endlich diejenigen finden, die die Scheiße anderen vor die Haustür legen bzw. auf Kinderspielplätzen, Spazierwegen,.....
Französische Städte haben es schon früher erkannt und etwas dagegen getan.