Massive Hacker-Attacke auf Kühlschränke in Supermärkten

Hybride Kriegsführung ist mittlerweile ein gängiger Begriff in Europa und umfasst eine Reihe von unterschiedlichen Methoden, die feindliche Mächte nutzen, um die Bevölkerungen in westlichen Ländern einzuschüchtern. Neben Drohnenangriffen und regelmäßigen Attacken auf wichtige Bestandteile der Infrastruktur, darunter Zugstrecken und Elektrizitätsanlagen, kommt jetzt eine weitere Bedrohung hinzu: die Ernährungssicherheit. Gerade ist es Hackern gelungen, in das Kühlsystem mehrerer Supermärkte einzudringen und die Kühlschränke in Backöfen zu verwandeln. Laut ersten Angaben beläuft sich der Schaden auf Millionenhöhe und Supermärkte müssen jetzt tonnenweise Nahrungsmittel auf den Müll werfen.

Gefrierschrank wird zum Backofen

Die ersten Meldungen über die massive Hackerattacke kamen jetzt aus Frankreich und den Niederlanden, aber laut dem dänischen Kühlsystemhersteller Danfoss können auch andere europäische Länder von dem Hackerangriff betroffen sein. Der Hackerangriff erfolgte auf das Betriebssystem der Dänen, die Kühl- und Gefrierschränke in der ganzen Welt bedienen. Laut einem Sprecher der französischen Supermarktkette Intermarché, die am schlimmsten von der Hackerattacke betroffen war, mussten rund 150 der Filialen ihr gesamtes Kühl- und Gefriergut aus den Schränken entfernen und wegwerfen. Die Hacker hatten für sechs Stunden die volle Kontrolle über die gekühlten Waren übernommen und die Schränke auf 50 Grad Celsius erhitzt. Dabei kam es nicht nur zum Verlust der Produkte, sondern auch zu unzähligen Feuern in Intermarché-Filialen aufgrund der Überhitzung der Gefrierelemente. Neben Intermarché berichten auch die Supermärkte U, Carrefour und Leclerc von den Übergriffen auf ihre Kühlsteuerung. Weitere Meldungen von Hackerattacken auf Kühlsysteme kommen aus den Niederlanden, Belgien und Luxemburg, wo besonders die Delhaize-Supermärkte betroffen sind.

Versicherung zahlt nicht 

Laut Danfoss hatten die Verbrecher eine Schwachstelle im System der Dänen genutzt, um in die Kühlsteuerung der Supermärkte einzudringen. Laut einem Sprecher für die Supermarktkette Leclerc haften Versicherungen nicht für diese Art von Ausfall und die Ketten müssen den Verlust, der sich mittlerweile in der Millionenhöhe bewegt, selbst tragen. Inwieweit auch deutsche Supermärkte oder Betriebe im restlichen Europa von dem Angriff betroffen sind, ist noch nicht bekannt. Unternehmen geben in der Regel nur ungern Auskunft, wenn es um Hackerangriffe geht, aus Angst vor Reputationsverlust.

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Alexander Grünstedt