Milliarden-Subventionen fließen nach China ab

Die deutsche Autobranche hat es zurzeit nicht leicht. Von Volkswagen bis Mercedes kommen wöchentlich neue Nachrichten über Gewinneinbrüche, Werksschließungen und Massenentlassungen. Um die heimischen Autobauer zu unterstützen, hat die Koalitionsregierung ein neues Subventionspaket verabschiedet, in dem drei Milliarden Euro für die Förderung von sogenannten E‑Autos zur Verfügung gestellt werden. Demnach können Haushalte mit einem Einkommen von unter 80 000 Euro pro Jahr einen Antrag auf einen Zuschuss aus der Staatskasse stellen, um ein neues Fahrzeug zu finanzieren. Der Haken ist, dass das Subventionspaket alle Automarken inkludiert, und es zeigt sich jetzt, dass statt der deutschen Autobauer zumeist das Ausland, und insbesondere China, von den Steuergeldern profitieren.

Mehr als 100 000 Anträge 

Die neue Förderung für E-Autos wurde erst vor drei Monaten ins Leben gerufen und kann rückwirkend für Fahrzeuge beantragt werden, die ab dem 1. Januar 2026 zugelassen werden. Laut Angaben des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) haben bis zum 4. August eine Rekordanzahl von 102 539 Anträgen auf Unterstützung zum Kauf eines E-Autos oder Hybridfahrzeugs erhalten. Etwa 28 000 davon wurden bereits bewilligt. Gleichzeitig ist der Verkauf von E-Autos im Laufe des Jahres rasant angestiegen und die Neuzulassungen liegen bereits 50 Prozent über denen des Vorjahres. Mit der Bekanntmachung der neuen deutschen E-Auto-Förderung haben natürlich auch ausländische, insbesondere chinesische Hersteller ihre Chance gesehen und seither den deutschen Markt mit billigen Modellen überflutet. Chinesische Autobauer wie BYD, MG, Nio, XPeng, Zeekr oder Great Wall Motor konkurrieren zurzeit eifrig um die Gunst der deutschen Autofahrer und verursachen einen regelrechten Preiskrieg gegen heimische und europäische Marken.

Druck auf die Regierung 

Der CSU ist jetzt der Zuschuss von deutschen Steuergeldern, die ins Ausland fließen, ein Dorn im Auge. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann will deshalb jetzt Druck auf die Bundesregierung machen, um die Förderung ausschließlich auf deutsche Marken zu beschränken. Unterstützung erhält er von Experten in dem Bereich. „Wir finanzieren gerade mit Steuergeldern das Wachstum ausländischer E-Auto-Marken auf dem deutschen Absatzmarkt“, sagt unter anderem Constantin M. Gall, Managing Partner bei EY. Im benachbarten Frankreich, wo eine ähnliche Förderung für E-Autos von der Macron-Regierung durchgesetzt wurde, sind zum Beispiel die staatlichen Subventionen auf eine Liste von Automarken beschränkt. Diese Liste beinhaltet ausschließlich französisch oder europäisch hergestellte Marken. Eine Anfrage an das Bundesumweltministerium unter Carsten Schneider (SPD) gibt aber wenig Hoffnung auf eine Änderung: „Eine Vorfestlegung auf eine Überarbeitung der Förderrichtlinie besteht derzeit nicht“, sagt der Bundesumweltminister, macht aber gleichzeitig darauf aufmerksam, dass man den Anpassungsbedarf von einer laufenden Erfolgskontrolle abhängig macht.

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Alexander Grünstedt