Noch ein Lockdown? Lauterbach macht klare Ansage

Das Impftempo hat sich verlangsamt und die Fallzahlen steigen wieder. Stimmen um den nächsten Lockdown werden wieder lauter. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte an, was zu erwarten ist.

Aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklungen stellte Karl Lauterbach sich einem Interview mit dem Portal „ntv“. Dabei fand er deutliche Worte zu den Spekulationen um einen erneuten Lockdown: „Wir werden keinen Lockdown mehr machen“, erwiderte Lauterbach auf Nachfrage.

Statt einer schnellen Öffnung mit heftigen Rückschritten, wie dies in Spanien geschehen sei, wolle man in Deutschland lieber langsam öffnen. Es sei wünschenswert, dass dies so vorsichtig geschehe, dass man keine Lockerungen mehr zurücknehmen müsse.

Trotz aller Vorsicht werde uns Corona noch eine Weile beschäftigen, glaubt Lauterbach. Er geht sogar davon aus, dass Varianten auftreten können, die noch ansteckender seien, als die Deltavariante. Mit einem gewissen Risiko werden wird „leben müssen“, so der SPD-Poltiker.

Auch einer Impfpflicht für bestimmte Personengruppen erteilte der SPD-Politiker eine Absage. Griechenland und Frankreich verpflichteten aktuell alle Personen die im Gesundheitswesen arbeiten, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Dies sei in Deutschland aber nicht notwendig, findet Lauterbach, die meisten Pflegekräfte und Ärzte seien ohnehin bereits geimpft. Außerdem wäre ein solcher Schritt „falsch, weil wir versprochen haben, dass wir keine Impfpflicht einführen“, sagt der Gesundheitsökonom.

Um mehr Menschen zum Impfen zu motivieren, müsse die Hemmschwelle herabgesenkt werden, in dem die Durchführung so einfach und unkompliziert wie möglich abläuft. „Wir müssen mit den Impfungen zu den Menschen gehen“, forderte Lauterbach vor kurzem. Mobile Impfteams und kreative Ideen sollen helfen, dies möglich zu machen.

Angela Merkel zum Lockdown: „Wir tun alles, um das zu verhindern“

Die Bundeskanzlerin betonte diese Woche, dass die Wirkung der Impfung erkennbar sei. Die Zahl der Fälle sei nicht mehr so verbunden mit der Anzahl der schwierigen Verläufe und den Intensivbettenbelegungen. Damit Ausbrüche beherrschbar bleiben, seien jedoch laut Experten hohe Impfquoten von 85 bis 90 Prozent notwendig. Davon seien wir „leider weit entfernt“.

Auf die Frage nach einem Lockdown sagte Merkel: „Wir tun natürlich alles, um das zu verhindern“. Deshalb sei es auch bei hohen Impfquoten wichtig, die AHA-Regeln einzuhalten und Innenräume gut zu belüften.

„Im Augenblick haben wir gesagt, wir wollen keine Impfpflicht, sondern wir werben für das Impfen“, sagte Merkel. Ob Maßnahmen in Frage kommen, die eine indirekte Impflicht bedeuten, müsse man „gut überlegen“. Die nächsten Wochen gelten erst einmal dem Werben, verpricht die Kanzlerin.

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4 Kommentare

    1. Was ist eine „indirekte“ Pflicht?
      Entweder man hat eine Pflicht, oder eben nicht. Dazwischen gibt es eigentlich nichts.

  1. Eine indirekte Impfpflicht wird wohl heißen, dass die Ungeimpften nur noch sehr eingeschränkt am öffentlichen Leben teilnehmen dürfen. Und dies kommt mit Sicherheit.
    Aber da schneidet sich der Staat ins eigene Fleisch.
    Dann nehmen eben weniger Leute an kulturellen Veranstaltungen, Konzerten, Flügen… teil. Arbeitsplatzverluste und Konkurse werden folgen.
    Naja, dann müssen sich die Menschen aus den betroffenen Berufszweigen eben umstellen. Vielleicht schwenkt dann der Eine oder Andere ins Gesundheitswesen oder Handwerk um (was prinzipiell sogar sehr wünschenswert wäre).
    Und wenn es viele Massenveranstaltungen nicht mehr gibt, bleiben auch viele Krawalle, Vandalismus, Vermüllung, Polizeieinsätze… aus. Hat also alles seine Vor- und Nachteile.

  2. Ja, Herr Langer, das wüsste ich auch gern, woran Herr Höse dabei *denkt*!
    Hier wird so viel Quatsch gefaselt, vollkommen unrealistischer Unsinn bis hin zu Lügen aufgetischt, dass mir übel werden könnte.

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