Preisexplosion bei den Discountern

Nun ist Gewissheit, was viele schon an der Kasse bemerkt haben. Viele Produkte sind bei den Discountern Lidl und Aldi teurer geworden und andere Supermarktketten ziehen nach.

Die Verbraucher konnten sich in der Corona-Krise dank einer zeitweiligen Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 Prozent sowie von 7 auf 5 Prozent bei Lebensmittel über günstigere Einkäufe freuen. Die Discounter versuchten auch nach dem Wegfall dieser Vergünstigungen, den Preiskrieg weiterzuführen und senkten die Preise bei vielen Produkten. Damit sollte der Mehrwertsteueranstieg kaschiert werden. Doch konnte diese Methode nicht aufrechterhalten werden. Nun steigen die Preise wieder stark an, was sich besonders bei Markenprodukten bemerkbar macht. Die „Lebensmittelzeitung“ hat als erstes über die Auswertung des Marktforschungsunternehmens „Preiszeiger.de“ berichtet.

Von Januar bis Mai sind die Preis von 262 Markenprodukten bei Lidl gestiegen, aber bei 130 Produkten sanken die Preise auch. Bei 163 Markenprodukten stieg bei Aldi Nord der Preis, 127 wurden günstiger. Aldi Süd verteuerte im gleichen Zeitraum 154 Markenprodukte und senkte bei 124 die Preise. Besonders aggressiv war Netto, wo die Preise bei 512 Artikeln stiegen, aber nur 130 im Preis günstiger wurden.

Auffällig war besonders die Verteuerung der Produkte von Unilever, Nestlé, Coca-Cola oder Ferrero. Aber auch Wagner Pizza, Red Bull, Haribo, Milka oder Hanuta waren davon betroffen. So ging es um 10 Prozent rauf mit den Preisen bei Hanuta, wo eine Packung teils 2,19 Euro statt 1,99 Euro kosteten. Einen Aufschlag von 20 Prozent zahlt man mittlerweile bei Aldi auf eine 1,25-Liter-Flasche Coca-Cola. Hier sind es 1,19 Euro statt 99 Cent. Und besonders heftig ist es teils bei Milka-Schokolade. Hier stieg der Preis von 89 Cent auf nunmehr 1,15 Euro, was einer Preissteigerung von fast 30 Prozent gleichkommt.

Doch versuchen die Discounter dem auch entgegenzuwirken. Viele Produkte werden demnach auch günstiger. Doch betrifft dies in der Regel die No-Name-Produkte oder Eigenmarken.

So wurden etwa 354 Preise im No-Name-Bereich bei Aldi-Süd erhöht, doch gleichzeitig auch 408 günstiger. Etwa gleich blieb dieser Rahmen von Senkungen und Erhöhungen bei Lidl und Penny (289 zu 294 bzw. 358 zu 333). Lediglich bei Netto (410 zu 306) und Norma (458 zu 308) war dieses Verhältnis negativ, hier stiegen die Preise für die Eigenmarken stärker als sie günstiger wurden.

Grundsätzlich wollten sich die Discounter nicht zu den Preisen äußern. Lidl sagte aber gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Es ist unser Anspruch, unseren Kunden immer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten.“ Und Aldi-Nord meinte: „Unsere Kundinnen und Kunden können sich auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis am Markt verlassen. Denn wir können insbesondere unsere Eigenmarken besonders günstig anbieten, weil wir als Discounter auf schlanke Strukturen und effiziente Prozesse zurückgreifen und über ein ausgesuchtes Sortiment verfügen.“

Doch verwies ein Sprecher von Aldi darauf, dass viele Artikel aufgrund der gestiegenen Einkaufspreise teurer geworden sind. „Einsparungen, die wir im Einkauf erzielen, geben wir wo immer möglich auch an unsere Kunden durch vergünstigte Preise weiter. Genauso lässt es sich auf der anderen Seite mitunter nicht vermeiden, Produktpreise nach oben anzupassen, wenn sich die Marktpreise ändern.“

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3 Kommentare

  1. Wenn ungesunde Lebensmittel (bzw. sind das genau genommen Genussmittel) teurer werden, ist das ja nicht all zu schlimm. Cola, Schokolade… müssten eigentlich noch viel teuerer sein, weil der Konsum dieser Produkte hohe Kosten im Gesundheitswesen erzeugt (durch die Erkrankungen, die mit Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes… einhergehen).
    Natürlich sind Preissteigerungen nie schön, aber in manchen Bereichen wären/sind sie vernünftig.
    Optimal wäre es, wenn die höheren Profite dem Gesundheitswesen zugeleitet werden würde, und nicht den übermächtigen Großkonzernen.

  2. Wenn man WIRKLICH erstklassige Qualität erwirbt, ist das okay. Leider sieht man oft bei den „Marken“, dass Preise zwar gleich bleiben, aber die Menge weniger wird. Es heisst zwar, dass man mit zunehmenden Alter weniger Kalorien benötigt. Aber es ist unschön, dass der „Seniorenrabett“ nicht bei den „Senioren“ ankommt.

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