Renten-Überraschung der CDU im Wahlkampf

Eine richtig dicke Renten-Überraschung für den derzeitigen Bundestagswahlkampf planen die Union und ihr Kanzlerkandidat Armin Laschet. Wie die „Bild“-Zeitung erfahren haben will, wird in dem Wahlprogramm der Partei, welches am Montag dann offiziell vorgestellt wird, ein Rentenkonto für Kinder als Vorschlag enthalten sein.

Dabei geht es darum, dass künftig vom Staat für jedes Kind ein fester Betrag im Monat auf ein spezielles Rentenkonto oder auch in einen Fonds überwiesen wird. Und dies aller Voraussicht nach bis zum 18. Geburtstag. Über die gesamte Laufzeit solle sich das Geld verzinsen und zur gesetzlichen Rente dann im Alter als Zuschuss ausgezahlt.

Ausgedacht hat sich diese Pläne die CSU. Das Konzept selbst hatten die Christsozialen bereits im vergangenen Jahr entwickelt. Es heißt darin ganz konkret: Für jedes Neugeborene solle der Bund monatlich 100 Euro anlegen. Und dies bis einschließlich dem 18. Geburtstag. Gegenüber der „Bild“ äußerste sich der CSU-General Markus Blume: „Eine geradezu revolutionäre Idee, den Einstieg in eine kapitalgedeckte private Altersvorsorge für alle zu finden.“

Und auch vom Chef der Jungen Union, Tilman Kuban, kommt Zustimmung für den Plan: „Es ist richtig, dass die Union Generationengerechtigkeit neben dem Klimaschutz auch in der Rente in den Blick nimmt. Wir müssen Eigenverantwortung sowie private Vorsorge stärken, aber vor allem auch für neue Ideen offen sein und sie diskutieren. Wir werden uns bei der konkreten Ausgestaltung als junge Generation intensiv einbringen.“

Allerdings hat dieser Plan einen riesigen Haken und das sind die Kosten. Mit der Einführung würden die Kosten bis zu 800 Mio. Euro im Jahr kosten. Doch steigen diese dann schrittweise auf bis zu 14 Milliarden jedes Jahr an. Die Arbeitnehmer wären in diesem Fall wieder einmal die Leidtragenden, die die zusätzlichen Kosten schultern müssten. Doch droht diesen in den kommenden Jahren schon der ein oder andere Beitragsschock.

Die Rentengarantie ist einer dieser Punkte. So bleiben für die West-Rentner die Bezüge stabil, auch wenn sie aufgrund der Wirtschaftskrise eigentlich sinken müssten. Daher muss die Rentenkasse ihre Rücklagen verbrauche. In 2023 muss der Beitragssatz somit von 18,6 auf dann 18,7 Prozent steigen, und auf 19,7 Prozent dann in 2024.

Doch kommen auch Beitragserhöhungen in der Arbeitslosenversicherung auf die Arbeitnehmer zu. 2023 steigt dieser von 2,4 % auf 2,6%. Verschont bleiben aber auch die Krankenkassen und die Pflegeversicherung nicht. Das Rekorddefizit in der Krankenversicherung wird vermutlich in 2023 zu einem Beitragsanstieg des Zusatzbeitrages um 1,6 Prozent führen und auch in der Pflege droht ein Defizit von 2,5 Milliarden Euro. Somit ist auch hier für 2023 eine Beitragserhöhung zu erwarten.

25 Kommentare

  1. Die Unionsparteien feiern sich wieder einmal für ein tolles Konzept, von dem nicht einmal klar ist, ob es auch funktionieren wird. So soll die alte Wachstumsleier fleißig weiter gekurbelt werden. Das klingt logisch, denn anders könnte der Plan mit diesem neuartigen Rentenkonto für junge Menschen nicht funktionieren. Dabei müsste allmählich auch den konservativst Denkenden einleuchten, dass ewiges Wachstum in einer Welt mit endlichen Ressourcen unmöglich ist. Der eigentliche Grund dieser „geradezu revolutionären Idee“ ist doch in Wahrheit ein ganz anderer. Mit einer aufgeblasenen Wundertüte sollen Wähler geködert werden.

    1. Und wer muss Bluten der Steuerzahler ,und diese Leute erhöhen sich dann wieder mal die Diäten, ich werde keinen von diesen Leuten der CDU oder CSU geschweige noch Andere von dieser Regierung wählen ,ich komme mich von dieser Regierung so Verarscht vor ,man kann das am Besten jetzt bei der Corona Krise sehen ich Sage nur Korrupt

  2. Zur Rentenkasse und Krankenkasse sollen ALLE ohne Ausnahme für Beamten Beiträge zahlen,
    dann wird die Renten REFORM ohne heutigen Arbeiter und Staat zu belasten, richtige Reform.

    1. … auch Beamte MÜSSEN eine Krankenversicherung haben! Allerdings kann sie eine „Private“ sein.
      (normale) Beamte bekommen eine Pension, dafür werden sie in ihrer „Arbeitszeit“ auch anders (mehr) besteuert. Bei Parlamentariern mag das anders sein, das weiß ich nicht so genau.

      1. „Allerdings kann sie eine „Private“ sein.“
        Doch wird diese Entscheidungsfreiheit für Beamte nicht durch die sog. Beitragsbemessungsgrenze blockiert. Als Staatsangestellte mit Vorbildfunktion sollten alle Beamte primär Gesetzlich Kranken- und Pflegeversichert sein.

    1. genau – so sehe ich das auch – die haben mal wieder die A………..karte – das ist mal wieder totaler Blödsinn, was sie sich da ausgedacht haben.
      Wie bereits Wanda Bosten geschrieben hat, sollte wirklich ALLE – also auch Beamte unsere Politiker etc. mal endlich in die Rentenkasse einzahlen, das wäre wirklich eine gute Sache und Reform.
      Zudem verstehe ich ehrlich gesagt nicht, warum Politiker so eine hohe Pension bzw. Ruhegeld erhalten – da wäre auch noch eine Korrektur notwendig.

      1. Wenn alle einzahlen, haben auch alle einen Anspruch. Das löst gar nichts.
        Wir sollten langsam zu einem kapitalgedeckten System wechseln und dieses über steuern bezuschussen.

  3. Liebe Leser,
    weshalb wir an jedem vernünftigem Vorschlag ohne Sinn „rumgemeckert“? Die junge Generation hat (bereits heute sowie auch künftig!) mehr als GENUG!! zu tragen – der Staat will doch die junge Generation und die Familien fördern. Finanzierung? – zB. aus unsinnigen Parteienfinanzierungs-Ausgaben, unangemessenen Politikerdiäten, Haushaltskonsolidierung des Bundestages (Beraterverträge!), des Bundeswehretates, der Energie- und Verkehrsbereiches, usw, usw.
    Als Grosseltern haben wir unseren Enkelkindern bereits direkt nach deren Geburt jeweils ein Spar-/Lebensversicherungskonto eingerichtet auf welches wir jeden Monat einen Betrag einzahlen, welcher dann den Kindern nach erreichen der Volljährigkeit zur Verfügung steht.

  4. Warum will die Politik 100 Euro pro Kind bezahlen ? Das ist doch ein Witz! Ich muss auch mich privat noch absichern damit ich mehr Rente bekomme. Warum schiebt man den neugeborenen das Geld in den Hintern? Da wird es bald Rekord Geburten geben.

    1. Hallo überleg mal ein bisschen bevor du so eine Scheiße schreibst. Glaubst du etwa es werden mehr Kinder geboren wenn der Staat für sie Geld anlegt das Fest angelegt ist. Anders wäre es wenn die Eltern darauf Zugriff hätten dann würde es wahrscheinlich irgendwie verschwinden. Ansonsten hat außerdem Neugeborenen keine einfacher davon außer den Neugeborenen keiner eine Vorteil davon. Warum gönnst Du der nächsten Generation nicht diese Erleichterung?

  5. Hallo Herr May,
    Ihr gedanke ist nicht der schlechteste. Nicht nur auch in die Rentenkasse einzahlen sondern auch die eine „Anhebung“ der Pensionen und Ruhegelder auf das durchschnittliche Rentenniveau wäre gerecht.

  6. Rentenanlagen: Welche Verzinsung (- 0.4%), in welcher Währung angelegt. Anlage in Staatsanleien?

    Alles nicht sicher.

    Euros sind, bei der Nachdruckrate heute schon Blüten, die nur, aus Gewohnheit, noch einen bestimmten Gegenwert haben. Der ist in keiner weise mehr gedeckt und sicher.

    Die einzige Anlage währe feste Materille Wirtschaftsgüter, Aktien.

    Es machen andere Länder vor.

    1. Deswegen soll dieses Geld ja auch in einigermaßen sicheren Fonds angelegt werden. Das machen selbst Versicherungsgesellschaften mit einem Teil ihrer Einnahmen so.
      Der Negativzins der EZB gilt nur für Geldeinlagen von Banken bei eben der Selbigen.

  7. Es gibt kein unendliches Wachstum. Selbst das Universum ist mit 14…41 Billionen Lichtjahren nicht unendlich. Sicher, es wächst weiter, noch Sextillionen Jahre lang. Aber Deutschland (oder irgendein anderes Land in der Milchstrasse) ist nicht das Universum und wir haben auch keine 642629356249562783453244829256324856326543978 Jahre Zeit.

  8. Der zukünftiger Kanzler soll an Uns,Menschen von HEUTE,Arbeiter von HEUTE, die Steuer Geld in Staatskasse zahlen, denken und nicht über Kinder, die noch nicht geboren sind !!!!!

  9. Wir sollten uns an unseren Nachbarn , z. B. Österreich , Schweitz , ein Beispiel nehmen
    -Ein realles Beispiel aus einer Fernsehsendung : 2 Frauen
    verdienen als Reinigungskräfte
    mntl. 780,00€ Netto die eine in
    Deutschland die andere in
    Österreich. Die in Deutschland
    bekommt ca. 700,00 € Rente,
    die in Österreich 1800,00€ .
    Warum hat die Österreicherin
    mehr ? Ja weil in Österreich jeder
    aber auch jeder,ob Arbeitnehmer,
    Arbeitgeber, Beamter oder Abgeordneter also jeder Bürger in
    die Rentenkasse einzahlen muß.
    Aber das ist in Deutschland nicht
    möglich? !

    1. @ Udo Carmon
      Klar kommt dabei mehr heraus, wenn alle einzahlen.
      Nur… wie soll man dieses uralte Beamtenpensionsrecht in Deutschland weg bekommen? Die Partei, die das abschafft, schafft sich selbst ab!
      Es ist entstanden, als die Beamten dafür, dass sie einen unkündbaren Job hatten, auch weniger Pension als der Rentner in der Industrie bekam.
      Das ist seit WKII nicht mehr so. Ein Beamter bekommt heute mehr als ein AN in der Industrie. Aber keiner wagt sich daran. Und besonders an die Altersvorsorgen der Politiker!

  10. Warum sehe ich immer,dass älteren Menschen suchen leere Flaschen in Mülltonne?
    Warum schon selbst alt, arbeiten als Pfleger?
    Warum ich kann nicht endlich erste mal (74) Urlaub machen?
    Weil wir arm sind!

  11. Marcel, Du scheinst einer der wenigen zu sein, der das System verstanden hat.
    Vergess dabei aber bitte nicht, dass der Effect Zeitverzögert eintritt.
    Für kurzfristig Denkende und für kurzfristig Erfolgreiche ist das System so zu refomieren.
    Nach mir die Sinntflut könnte man denken,
    den folgenden Generationen muss eben was Neues Einfallen !

  12. Prima, die Jungen bekommen das Geld in den Hintern geschoben, und die Generation der Geburtsjahre 1965 und drum rum sollen dafür 50 Jahre und mehr arbeiten und alles finanzieren!
    Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenzen für alle wäre endlich wichtig, damit die Großverdiener auch prozentual ihre Sozialabgaben abführen müssten (so, wie der kleine Mann auch).
    Und Versicherungspflicht für Beamte ist längst überfällig.
    Und eine Rentenobergrenze müsste es auch geben, egal wie viel dann die Großverdiener eingezahlt hätten.
    Und dann nur noch Auszahlung von Renten an diejenigen, die auch in die Rentenkasse einbezahlt haben.
    Oder Komplettumstellung des Systems. Dass Jeder seine Rentenbeiträge für sein eigenes Rentenkonto einzahlen müsste. Mit einer mittleren Verzinsung käme da genügend für die einzelnen Beitragszahler heraus. In 50 Jahren zahlt man ja mehrere 100 000 € in die Rentenkasse (AG+AN). Das würde mit Verzinsung weit über das 90. Lebenjahr hinaus reichen.
    Unser Renten- und Sozialversicherungssystem war von Anfang an ein Denkfehler. Es kann nicht sein, dass Jeder nur ausschließlich für Andere zahlen muss.
    Und das Wichtigste wäre, dass bei einer Umstellung auch die arbeitende Generation komplett zurück aufgerollt wird. Denn sonst sind meine 38 Beitragsjahre komplett für die Katz gewesen.
    Diese super Ideen von den Politikern haben nur einen Hintergedanken – Wählerstimmen bekommen.

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