

Alarmstufe Rot herrscht heute in gleich mehreren NATO-Ländern und das Bündnis erhält eine Vielzahl von Hilferufen und Forderungen um Verstärkung, nachdem russische Soldaten die Grenzen ins Baltikum überschritten und mehrere Handelsschiffe vor Bulgarien unter russische Attacke gerieten. Besonders ein Vorfall an der Grenze zwischen Lettland und dem russischen Verbündeten Belarus erregt Besorgnis, weil die Strategie der Grenzüberschreitung an die Annexion der Krim und die Invasion der Ukraine erinnert. Vorangegangen der feindlichen Grenzüberschreitung war ein missglückter Versuch, illegale Migranten auf das Gebiet der EU einzuschleusen.
Baltikum befürchtet Auftakt zu russischer Invasion
Nach Angaben des lettischen Innenministers Jānis Dombrava ging der Versuch, die Migranten über die Grenze zu schleusen, weit über die herkömmlichen Methoden seitens Russlands und Belarus hinaus. Die Gruppe wurde auf lettischer Seite entdeckt und die Migranten sowie ihre bewaffneten und vermummten Begleiter wurden unter Einsatz von Waffen vom lettischen Staatsgebiet vertrieben. Wenige Stunden später kehrten die vermummten Soldaten zurück und zerstörten Verteileranlagen im Grenzgebiet. Auch die Überwachungskameras an dem Grenzabschnitt wurden gestohlen. Laut dem lettischen Innenminister wurden ähnliche „grüne Männchen“ in Vermummung in den Tagen vor der Krim-Invasion im Jahre 2014 im Grenzgebiet zwischen Russland und der Ukraine gesichtet. Putin hatte damals zugegeben, dass es sich bei den Übergreifern um russische Elitesoldaten gehandelt hat. Jetzt ist das Baltikum in Alarmbereitschaft, denn man vermutet dort in kurzer Zeit eine ähnliche russische Invasion. Mittlerweile hat der belarussische Diktator Aljaksandr Lukaschenko, bestritten, dass der Vorfall überhaupt stattgefunden hat, während eine vom russischen Geheimdienst finanzierte Gruppe, die sich „Schwarzrussen“ nennt, sich zu dem Angriff auf lettische Anlagen bekannt hat.
Bulgarien verlangt NATO-Hilfe am Schwarzen Meer
Gleichzeitig schlägt jetzt auch Bulgarien Alarm und verlangt die Unterstützung der NATO, um Angriffe Russlands auf Handelsschiffe abzuwehren. Im Laufe der letzten zwei Wochen haben sowohl Bulgarien als auch Rumänien eine erhöhte Anzahl von Angriffen auf Schiffe vor den Küsten der beiden NATO‑Länder. Eines der Schiffe sei dabei gesunken. Von der Besatzung fehle jede Spur. Jetzt hat Bulgarien offiziell um die Stationierung von Kampfflugzeugen und Drohnenabwehrsystemen der NATO an der bulgarischen Küste gebeten. Eine Antwort oder Stellungnahme der NATO liegt noch nicht vor, aber die Verteidigungsminister der Türkei, von Rumänien und aus Bulgarien wollen noch in diesem Monat ein Krisentreffen einberufen, in dem die Verteidigung der Küsten und des Handelsverkehrs am Schwarzen Meer diskutiert werden soll.