Wissenschaftler alarmiert wegen „Fluchtmutation“ in Tirol

Österreich freut sich eigentlich über sinkende Fallzahlen und bereitet die große Öffnung vor. Eine neue Virusvariante in Tirol könnte diese Pläne zerstreuen. Dort hat sich die Mutation E484K in die „britische“ Variante B.1.1.7 eingebaut und scheint damit sehr erfolgreich.

Erneut macht das österreichische Bundesland Tirol mit einer Corona-Meldung Schlagzeilen. Dort breitet sich seit geraumer Zeit eine „Fluchtmutation“ aus. Die neue Variante trägt den Namen B.1.1.7+E484K, also eine Kombination aus der „Britenvariante“ B.1.1.7 mit der Mutation E484K. Aktuell sind mehr als 1000 Menschen in Tirol mit B1.1.7-E484K infiziert. Damit liegt die Mutante nun gegenüber der „normalen“ Variante B.1.1.7 in der Mehrzahl.

Die Mutation E484K ist aus der südafrikanischen und brasilianischen Corona-Variante bekannt. Sie hilft dem Virus, sich der Immunantwort des Menschen zu entziehen, deshalb wird sie auch „Fluchtmutation“ genannt. Sicher ist, dass sie dafür sorgt, dass bereits Genesene erneut an Covid-19 erkranken können. Unklar ist, ob das Auftreten der Variante B.1.1.7+E484K im Zusammenhang mit der in Tirol groß angelegten Impfkampagne steht.

Eine relativ neue Studie, die im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht wurde, untersuchte den Einfluss von B.1.1.7+E484K auf die Schutzwirkung der Biontech/Pfizer-Impfung. Das Ergebnis ist beunruhigend: Demnach sei die Immunisierung nach der ersten Impfung um das Zehnfache reduziert, nach der zweiten Impfdosis sei die Schutzwirkung immer noch um das Sechsfache gegenüber anderen Varianten herabgesetzt. Das Fazit der Studie: Durch B.1.1.7+E484K könne die Wirksamkeit der Biontech/Pfizer-Impfung gefährdet sein.

Eine leichte Entwarnung gibt Andreas Bergthaler vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der österreichischen Akademie der Wissenschaften. Trotz der herabgesenkten Wirksamkeit biete die Impfung nach der zweiten Dosis immer noch einen guten Schutz vor der Erkrankung. Außerdem habe dieser Versuch im Labor stattgefunden und sei damit nicht 100 Prozent auf die Realität im Menschen übertragbar.

Unklar ist, ob B1.1.7-E484K auch zu schwereren Krankheitsverläufen führt als anere Virusvarianten. Am Freitag wurden auf Tiroler Intensivstationen nur zwei Fälle mit der Fluchtmutation beobachtet. 24 weitere Patienten müssen mit dem herkömmlichen Virus B.1.1.7 intensivmedizinisch behandelt werden.

Bergthaler will sich im Interview mit „DerStandard“ nicht zu politischen Schlussfolgerungen äußern, verweist jedoch darauf, dass der Faktor Zeit bei der Pandemie eine entscheidende Rolle spiele. Auf Twitter schreibt er: „>1000 Fälle in Tirol in letzten Wochen (PCR+Seq). Internatl. erst 281 Fälle (…) Zusammenhang mit Impfkampagne wird untersucht. Wichtig: dies spricht nicht gegen Impfungen, sondern für reduzierte Infektionszahlen!“ Sein Kollege Ulrich Elling retweetet und fordert darüber hinaus: „Testen alleine reicht nicht mehr, Zeit für verordnete Kontaktreduktion.“

3 Kommentare

  1. Wieder neue Menschenverblödung
    Schämt euch ihr Verbrecherkanaken
    Menschen Einzusperren Ihr Krutzefixverbrecher Ich Verfluche und ich Verwünsche euch ihr Scheiß Politiker wenn man so wie ihr mit den Menschen die euch Wählen Umgeht Schämt euch.Ihr solltet langsam Verrecken.

  2. Wir sollten doch mal Fakten sprechen lassen.

    Wahr ist, dass es der Inzidenzwert alleine nicht für irgendwelche Maßnahmen herangezogen werden kann.
    Der Grund hierfür ist ganz einfach.
    – jeh mehr getestet wird umso höher der Wert
    – jeh weniger getestet wird umso niedriger der Wert

    99,9% der Ansteckungen finden im Innenbereich statt, deshalb ist die Ausgangssperre unverhältnismäßig.
    Der Grund hierfür ist.
    Der Bürger wird unter Generalverdacht gestellt, nachts sich auf den Weg zu machen, die Vorschriften zu missachten.

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